Die Diagnose: Blutkrebs. Und von einer Sekunde auf die nächste war für Martin von Berg nichts mehr wie es vorher war. Das galt auch für seine Familie – für seine Frau Daniela, für die Kinder Robin, Luis, Tamara und Lenard. Seit dem Sommer ist auch ihr Leben auf den Kopf gestellt.
Seit 1993 betreibt von Berg in Neidenfels einen Hof mit Kuh- und Schweinehaltung als Fulltime-Job im Einmannbetrieb – mit viel Hilfe der Familie natürlich. Daneben war er immer auch für die Gemeinschaft aktiv, zum Beispiel als langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Satteldorf und mit kurzer Unterbrechung fast 20 Jahre lang im Gemeinderat in Satteldorf.

Blutkrebs ist tückisch

Nun ist der 49-jährige Martin von Berg selbst auf die Solidarität der Gemeinschaft angewiesen. Denn Blutkrebs ist tückisch. Bei dieser bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems entarten Blutzellen und vermehren sich unkontrolliert. Dadurch verdrängen sie die roten und weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen, die man zum Leben so dringend braucht.
„Martin von Berg hat mittlerweile fünf Zyklen Chemotherapie hinter sich“, berichtet im Gemeinderat Satteldorf Ratskollege Dieter Hüttner, der mit der Familie Kontakt hat.
Hilfe kann für von Berg auch durch die Stammzellenspende eines gesunden Menschen kommen. Sie kann das entartete System wieder heilen, teilt die DKMS mit, eine gemeinnützige Gesellschaft, die Stammzellenspender registriert. „Je schneller ein ,Match‘ gefunden wird, desto besser für die Patienten“, teilt die Gesellschaft mit.

Suche nach dem „genetischen Zwilling“

Genau darauf hofft Martin von Berg jetzt – auf die erfolgreiche Suche nach einem „genetischen Zwilling“. „Es gab zwar die Hoffnung, dass sich im Kreis der Familie ein passender Spender finden lassen würde“, berichtet Dieter Hüttner. „Doch die Hoffnung hat sich zerschlagen. Jetzt wartet Martin weiter.“
Deshalb haben Familie und Freunde eine Spenderaktion ins Leben gerufen. Dieter Hüttner ist einer der Initiatoren: „Meine Bitte an alle lautet: Martin ist auf die Hilfe von uns allen angewiesen. Vielleicht passt ja gerade einer von Ihnen als Stammzellenspender.“

Registrierung im Internet

Allerdings: In diesen Corona-Zeiten gibt es keine zentrale Vor-Ort-Spenderaktion, bei der sich Menschen mit einem kleinen Abstrich im Mund als Spender registrieren lassen können. Dafür ist eine Internetseite freigeschaltet worden. Am Montag waren bereits 164 Spender darauf registriert.
Auch Daniela von Berg appelliert an die Öffentlichkeit: „Lassen Sie sich bitte als Stammzellspender registrieren und geben Sie damit Martin und allen anderen Betroffenen eine zweite Lebenschance. Wir möchten Martin nicht verlieren. Er ist ein Kämpfer. Aber alleine kann er es nicht schaffen.“

Mit Wattestäbchen gelingt der Abstrich


Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Martin von Berg und anderen Patientinnen und Patienten helfen. Die Anmeldung geht problemlos über www.dkms.de/martin. Dann kommen die nötigen Registrierungsunterlagen per Post nach Hause. Dabei sind auch Wattestäbchen, mit denen man sich selbst einen Abstrich der Wangenschleim machen kann. uts