Stadtentwicklung Aufregung über Kritik des Regierungspräsidenten

Crailsheim / Sebastian Unbehauen 24.02.2018

„Luft nach oben“ sei in Sachen Crailsheimer Stadtentwicklung, hatte Reimer bei der Amtseinsetzung in Ingersheim gesagt. Und er hatte die Fragen aufgeworfen, ob es zeitgemäß sei, keine Ausschüsse im Gemeinderat zu haben und das Stadtparlament mit jeder Investition über 40 000 Euro zu betrauen (unsere Zeitung berichtete).

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag verbaten sich Stadträte derlei Einmischungen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Neidlein sagte, er habe sich während der Rede Reimers Folgendes gefragt: „Gelte ich als ehrenamtlicher Gemeinderat als Verhinderer der Stadtentwicklung? Oder versuche ich, wie wohl jeder hier im Gremium auch, gewissenhaft und nachvollziehbar zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger beizutragen?“ Neidlein bedankte sich bei Baubürgermeister Herbert Holl, dass dieser als Leiter der Veranstaltung versucht habe, Reimers Worte zu relativieren.

„Richtige Prioritäten“

SPD-Fraktionschef Gernot Mitsch betonte bei der Verabschiedung des Ersten Bürgermeisters Harald Rilk (siehe Seite 12), viele Städte hätten bei der Stadtentwicklung Luft nach oben. Eine Vorreiterrolle in der Kinderbetreuung wie Crailsheim spielten hingegen nur wenige. „Ich bin überzeugt, dass hier die richtige Priorität gesetzt wurde“, sagte Mitsch.

AWV-Fraktionschef Norbert Berg nannte es einen „unangemessenen Vorgang“, dass der Regierungspräsident sich in lokale Angelegenheiten einmische. Darüber hinaus sei Reimer von falschen Grundlagen ausgegangen: Man sei nur so lange gegen beschließende Ausschüsse gewesen, wie diese nur nichtöffentlich tagen durften.

Die Worte Reimers seien nicht zuletzt ein Affront gegenüber Baubürgermeister Holl gewesen. Berg dankte diesem für seine gute Arbeit – und schloss: „Es wäre besser gewesen, Reimer hätte uns weitere Mittel zur Verfügung gestellt.“

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