Gut, dass Immobilien in Oberbayern für die meisten Menschen unerschwinglich sind: Als sich das zweite Kind ankündigte, hat sich Familie Kaczmarek für ein neues Leben in Hohenlohe entschieden. Hier ist Wohnraum ungleich günstiger und die Nähe zur Familie in Dinkelsbühl ein unschätzbarer Vorteil. Dass Fabian Kaczmarek die therapeutische Leitung des Rehazentrums Hess in Crailsheim übernehmen konnte, kommt also allen Beteiligten zugute.

Was genau er in der Tagesklinik für orthopädische Rehabilitation macht, ist am Wochenende während der Gesundheitsmesse Vitawell im Hangar zu sehen. Dort wird beispielsweise anhand eines Modells erläutert, wie ein Kniegelenk funktioniert und was warum schiefgehen kann. Kaczmarek und andere Therapeuten sind durchgehend am Stand, er selbst hält einen Vortrag zum Thema Kniegelenksarthrose.

Seine Botschaft fasst er so zusammen: „Bewegung ist der Schlüssel zu allem.“ Er empfiehlt vor allem für Arthrosepatienten gelenkschonende Bewegung wie Fahrradfahren oder Nordic Walking. „Manchmal beobachte ich extreme Läufer, und weiß, dass ich deren Knie- und Hüftgelenke in ein paar Jahren nicht sehen möchte.“ Sich gar nicht zu bewegen, sei freilich genauso verheerend für den Körper, wie sich zu viel zuzumuten. Durch Physiotherapie lassen sich in frühem Arthrose-Stadium Symptome lindern und der Verlauf verzögern. Auch Ernährung spielt eine Rolle.

Crailsheim

Sicher ist aber: Arthrose kann man nicht wegzaubern. „Vielleicht lässt sich irgendwann Knorpel reinzüchten in den Körper. Derzeit gibt es im fortgeschrittenen Stadium – wenn auch in Ruhe Schmerzen auftreten und der Nachtschlaf vom Schmerz unterbrochen wird – keine Alternative zum Gelenkersatz“, lautet sein Resümee. Bis es so weit ist, also bis die Lebensqualität so leidet, dass der Alltag zur Plage wird oder gar eine Depression damit einhergeht, empfiehlt Kaczmarek, alle Möglichkeiten auszuschöpfen: „Aufschneiden kann man immer noch.“ So ein Gelenk hält dann 15, bestenfalls 20 Jahre.

Der Fachmann verdreht die Augen, wenn er von Patienten berichtet, die fast stolz darauf seien, ihr künstliches Gelenk mit dem Besteigen von 8000-Meter-­Gipfeln oder mit einem Marathon bereits in zehn Jahren heruntergewirtschaftet zu haben.

Im Traumberuf gelandet

Der 38-Jährige arbeitet in seinem Traumberuf. Er war, seit er denken kann, an Medizin interessiert. Als Zivildienstleistender ließ er sich ab 2000 beim Roten Kreuz zum Rettungssanitäter ausbilden. So wurde eine entscheidende Weiche gestellt. Hinzu kommt seine Sportbegeisterung. Zum einen fand er in der Physiotherapie die Möglichkeit, seine Interessen zu verbinden, zum anderen war er selbst mit seinen Sportverletzungen – Fußball, Tennis, Snowboarden und Bergsteigen forderten ihren Tribut an Knie, Sprunggelenk und Schulter – ein paar Mal in physiotherapeutischer Behandlung. Deren Möglichkeiten und Wirkungsweise haben ihn fasziniert.

Als weiteren Grund für die Berufswahl nennt Kaczmarek, „auch wenn es sich wie eine Phrase anhört“, dass er gerne mit Menschen arbeitet, dass er Menschen mag. Und so ließ er sich in München ausbilden, arbeitete sieben Jahre in der neurologischen Rehabilitation unter anderem mit Schlaganfall-, Parkinson- und Schädel-Hirn-Trauma-Patienten, dann am Tegernsee in einer orthopädischen Klinik mit allem, was den Bewegungsapparat betrifft, und in Rosenheim in einem ambulanten Rehazentrum; damals schon mit ersten leitenden Tätigkeiten.

Gute Erfahrungen mit Hess

Als es dann daran ging, der Familie dauerhaft ein Daheim zu schaffen, bot sich ein Neuanfang in Crailsheim an, wo im November 2017 das Rehazentrum Hess im Altbau des Krankenhauses eröffnet wurde. Kaczmarek erzählt, dass seine Frau Ergotherapeutin ist, in Bietigheim-Bissingen bei Hess gearbeitet und immer von dieser Zeit geschwärmt hat. Jetzt arbeitet er bei Hess in Crailsheim und fühlt sich ebenfalls wohl.

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Die Öffnungszeiten: der Gesundheitsmesse Vitawell im Crailsheimer Hangar: Samstag, 12. Januar, von 10 bis 17 Uhr; Sonntag, 13. Januar, von 11 bis 17 Uhr. HT-Leser erhalten gegen Vorlage ihrer Abocard ermäßigten Eintritt.