Crailsheim Jeder Schüler kommt als Sieger ins Ziel

Crailsheim / Christine Hofmann 18.05.2018
Runde um Runde laufen Schüler von Astrid-Lindgren-Schule und Konrad-Biesalski-Schule für einen guten Zweck.

Früh am Morgen ist schon richtig was los rund um die Astrid-Lindgren-Schule im Stadtteil Kreuzberg. Die Grundschüler sind heute in Sportkleidung und Turnschuhen zur Schule gekommen, ebenso die 31 Schüler der Außenklasse der Konrad-Biesalski-Schule (KBS), außerdem sämtliche Lehrer und einige Eltern und Geschwisterkinder. Ihren Schulranzen haben alle zu Hause gelassen, denn heute geht es sportlich zu: Die beiden Schulen veranstalten ihren jährlichen Sponsorenlauf.

Eine 300 Meter lange Strecke ist abgesteckt worden. Die Schüler versuchen in einer halben Stunde so viele Runden wie möglich zu laufen. Für jede Runde gibt es an der Stempelstation eine Markierung auf der Karte. Die Sponsoren der Kinder – Eltern, Großeltern oder Paten – spenden für jede erlaufene Runde einen Betrag.

Das Geld geben die Schüler in einem Umschlag anonym in der Schule ab. „Es ist wirklich erfreulich, wie viele Spendengelder bei dieser Aktion erlaufen werden“, sagt Ursel Omidi, Rektorin der Astrid-Lindgren-Schule. Die Spende geht zur Hälfte an den Förderverein der Schule und zur Hälfte an das Projekt „Regenbogentage“, einer Aktion, die in Kooperation mit dem Jugendbüro und dem Gemeindezentrum Kreuzberg durchgeführt wird.

Bevor die Erst- und Zweitklässler an den Start gehen, wärmen sich die Schüler mit Gymnastik und einer Proberunde auf. Dann gehen alle auf ihre Position – die Dritt- und Viertklässler an die Stempelstationen und zum Anfeuern an den Rand der Strecke. Die Jüngsten versammeln sich am Startpunkt. Auf das Signal hin geht es los. Die erste Runde wird mit hohem Tempo gelaufen. Sobald die Kräfte nachlassen, geht es etwas langsamer weiter. Einige Schüler gehen zwischendurch ein paar Schritte.  Doch kein Schüler gibt hier auf, bevor die Zeit abgelaufen ist. „Jeder will so viele Runden wie möglich schaffen“, erklärt die Schulleiterin, „es geht schließlich um eine gute Sache.“

Die Stimmung auf der Strecke könnte nicht besser sein: Manche Kinder laufen Hand in Hand, eine Lehrerin schiebt einen Rollstuhl, Mitschüler feuern Mitschüler an und lassen die Läufer abklatschen. Omidi: „Das ist einfach eine schöne Veranstaltung. Besonders freut mich, dass wir den Sponsorenlauf gemeinsam machen können.“

Den Sponsorenlauf gibt es seit mehr als zehn Jahren an der Astrid-Lindgren-Schule, seit fünf Jahren macht die Konrad-Biesalski-Schule mit. „Unsere Schüler profitieren sehr von solchen Aktionen – und allgemein von der Kooperation“, betont Sibylle Beyer-Frank, Sonderschullehrerin für die KBS-Außenklassen. Auf dem Kreuzberg hat das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum seinen größten Standort an Außenklassen.

Neben dem integrativen Element hat der Sponsorenlauf auch eine politische Dimension: Austragungsort des Laufs ist die Wiese neben dem Schulgebäude, weil es auf dem Kreuzberg noch immer keine Sporthalle gibt. „Wir haben hier weder einen Sportplatz noch eine Laufbahn – und eine Halle auch nicht“, sagt Ursel Omidi. Die Wiese, die die Schüler in der Pause nutzen, ist übrigens Bauplatz für eine solche Sporthalle im Stadtteil. Auf der Wunschliste der Schule und der Bürger des Kreuzbergs steht sie schon seit vielen Jahren. Allerdings ist die Prioritätenliste der Stadt lang und die Halle auf dem Kreuzberg steht nicht auf den oberen Plätzen.

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