Crailsheim Auch Michl kann nur mutmaßen

OB Michl kann sich auch nicht erklären, warum es nicht mehr Kandidaten für den Jugendgemeinderat gibt. Foto: Ric Badal
OB Michl kann sich auch nicht erklären, warum es nicht mehr Kandidaten für den Jugendgemeinderat gibt. Foto: Ric Badal
Crailsheim / MARIUS LEUSCHNER 08.06.2013
Die Neubesetzung des Crailsheimer Jugendgemeinderats ist fürs Erste gescheitert. Oberbürgermeister Michl will nun Jugendliche anders einbinden.

"Als ich jung war, war für mich so manches wichtiger als Politik", erinnert sich Oberbürgermeister Rudolf Michl und ergänzt: "Das Interesse war schon da, aber diese Dinge erschienen mir doch noch sehr weit weg." Er erinnert sich auch deshalb an die eigene Jugend, um eine Erklärung dafür zu finden, dass für die anstehende Jugendgemeinderatswahl nur sechs von mindestens 16 erforderlichen Bewerbungen eingegangen sind.

"Allerdings hatten wir damals auch nicht solch ein Gremium", macht er dann doch einen gewichtigen Unterschied aus. Auch er kann das derzeitige Desinteresse für das Crailsheimer Jugendparlament nicht schlüssig erklären. An ineffizienter Werbung allein könne es jedenfalls nicht gelegen haben. "Wir sind auf die jeweiligen Schuldirektoren zugegangen, und auch die Jugendgemeinderäte selbst haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Immerhin haben sie sogar einen Videobeitrag im Internet veröffentlicht", hebt er hervor. Möglicherweise müsse man soziale Medien als Informationskanal noch intensiver nutzen. Letztlich seien das alles aber "reine Spekulationen". Genauso gut könne man auch Prüfungsstress und allgemeine Politikverdrossenheit als Gründe vermuten.

"In Depression verfalle ich deshalb ganz sicher nicht", antwortet Michl, nach seiner persönlichen Reaktion befragt. "Wir werden den sechs Bewerbern bei bestimmten Themen ein Mitspracherecht einräumen", kündigt der Oberbürgermeister an. Das sei natürlich kein Ersatz für einen Jugendgemeinderat. Deshalb werde man auf jeden Fall versuchen, im nächsten Jahr wieder ein Jugendparlament zu bekommen.