Crailsheim ASG kämpft für weitere fünfte Klasse

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium ist eine vierzügige Schule. Laut Anmeldezahlen müssten auch im kommenden Schuljahr vier fünfte Klassen eingerichtet werden. Das Regierungspräsidium hat aber nur drei Eingangsklassen genehmigt.
Das Albert-Schweitzer-Gymnasium ist eine vierzügige Schule. Laut Anmeldezahlen müssten auch im kommenden Schuljahr vier fünfte Klassen eingerichtet werden. Das Regierungspräsidium hat aber nur drei Eingangsklassen genehmigt. © Foto: Sebastian Unbehauen
Crailsheim / Christine Hofmann 22.06.2018
Trotz großer Schülerzahl werden dem Albert-Schweitzer-Gymnasium zum kommenden Schuljahr nur drei Eingangsklassen genehmigt. Auch das Lise-Meitner-Gymnasium erhält drei Klassen.

Sechs fünfte Klassen wird es im kommenden Schuljahr an den Crailsheimer Gymnasien geben: Drei Klassen am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG), das eigentlich vierzügig ist, und drei Klassen am Lise-Meitner-Gymnasium (LMG), das eigentlich zweizügig ist. So sind die Anmeldezahlen: 64 Noch-Grundschüler wollen aufs LMG, 92 aufs ASG. Außerdem sollen drei Schüler mit Migrationshintergrund aus der ASG-Vorbereitungsklasse in eine Regelklasse 5 wechseln.

Da der Klassenteiler bei 30 Schülern liegt, müsste – rein rechnerisch – das LMG drei Klassen bekommen und das ASG vier. Doch sieben fünfte Klassen hat das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart der Stadt Crailsheim nicht bewilligt, sondern lediglich sechs.

„Die Schulleiter haben aus Stuttgart den Auftrag bekommen, die Klassenverteilung untereinander zu regeln“, berichtet ASG-Rektor Günter Koch. Das sei freilich kein leichtes Unterfangen, so Koch, denn wer entscheide sich schon freiwillig dafür, große Klassen einzurichten, wenn er sogar über dem Klassenteiler liege. Also wurden jeder Schule vom Regierungspräsidium drei Eingangsklassen zugestanden.

Am LMG freut man sich über die Entscheidung. „Wir haben sehr gute Bedingungen, weil wir drei kleine fünfte Klassen haben werden“, sagt Schulleiter Joachim Wöllner. Am ASG ist die Verärgerung groß. „Große Klassen sind nicht förderlich für Gymnasien in ländlichen Regionen, in denen Eltern ihr Kind – auch mit Gymnasialempfehlung – im Zweifel lieber auf eine Realschule schicken“, sagt Günter Koch. „Wir werden weiter für eine vierte Eingangsklasse kämpfen.“

Außerdem werden Erinnerungen wach an die Situation vor zwei Jahren: Damals sollten am ASG nur drei fünfte Klassen eingerichtet und 13 Schüler, die den Teiler überschritten, abgewiesen werden. Massive Elternproteste und Einwände der Schule hatten dafür gesorgt, dass kurz vor Beginn des Schuljahrs doch noch eine vierte Klasse genehmigt wurde.

Darauf hofft der Elternbeiratsvorsitzende Dr. Ralf Eisenbeiß auch diesmal. Er hat ans RP geschrieben und um Einrichtung einer vierten Klasse gebeten. „Die Entscheidung, am ASG nur drei Eingangsklassen einzurichten, ist aus Elternsicht nicht tragbar. Das werden wir so nicht hinnehmen.“ Eine Antwort gibt es noch nicht.

Immerhin wurden dem ASG zusätzliche Lehrerstunden zugestanden, um die großen Klassen in den Hauptfächern in kleinere Lerngruppen aufteilen zu können. „Es wäre besser, wir hätten anstatt der Zusatzstunden eine zusätzliche Klasse“, sagt Konrektor Max Kopplin und fügt an: „Es ist traurig, dass man immer mit Geld argumentiert, wenn es um Bildung geht.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel