Weihnachtsaktion Arbeitsgemeinschaft Kreuzberg ist ein starker Verbund für den Stadtteil

Ursel Omidi, Pfarrer Joachim Frisch, Katharina Kalteiß, Erich Beyerbach und Bianca Schwiewager (von links) vor dem Baum, der am Freitag geschmückt wird.
Ursel Omidi, Pfarrer Joachim Frisch, Katharina Kalteiß, Erich Beyerbach und Bianca Schwiewager (von links) vor dem Baum, der am Freitag geschmückt wird. © Foto: Julia Vogelmann
JULIA VOGELMANN 23.11.2016
Die Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Sozialarbeit Kreuzberg blickt auf 20 erfolgreiche Jahre zurück.

Für einen Stadtteil sind 20 Jahre kein Alter, doch wenn eine Zusammenarbeit über 20 Jahre lang gut funktioniert, dann ist dem Respekt zu zollen. Die Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Sozialarbeit Kreuzberg blickt auf solch eine lange Geschichte zurück. „Die AG wurde gegründet, um in dem neuen Stadtteil gleich eine Basis und Infrastruktur für Integration und Zusammenwachsen zu schaffen“, erklärt Erich Beyerbach vom Jugendbüro.

Was angefangen hat mit mobiler Jugendarbeit und dem Engagement der Kirchen, wuchs sich schließlich zu einem Verbund unterschiedlicher Einrichtungen aus, die auf dem Kreuzberg heute nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche, sondern für junge Familien, Senioren und Migranten ein Netzwerk und ein Angebot rund ums ganze Jahr anbieten. „Man hat einfach schnell gemerkt, dass man eine breitere Basis schaffen muss, die von Ehrenamtlichen nicht zu stemmen ist“, blickt Beyerbach zurück. Heute ist die Arbeitsgemeinschaft stark aufgestellt und hat ihr Zentrum im Gemeindehaus auf dem Kreuzberg, wo bei den Kirchen und der Stadt viele Fäden zusammenlaufen. „Es klappt selten, dass drei Träger so gut unter einem Dach zusammenarbeiten“, fasst Pfarrer Joachim Frisch zusammen.

So gibt es im Gemeindehaus nicht nur Gottesdienste, sondern auch Krabbelgruppen und Ferienprogramm, der Jugendraum ist dort untergebracht und natürlich die Bücherei als Aushängeschild des Stadtteils. „Unsere Bücherei ist ein Highlight. Jedes Kind kennt sie. Der Kreuzberg liest“, sagt Frisch mit spürbarem Stolz. Auch die Astrid-Lindgren- und die Konrad-Biesalski-Schule sowie die Kindergärten des Stadtteils und der Seniorenpark gehören zum Kreis derer, die im Verbund, nicht im Verein, das betonen alle Beteiligten, ihrem Stadtteil Leben einhauchen.

„Der Kreuzberg hat heute dörflichen Charakter mit dem Berliner Platz als Zentrum. Wenn dort etwas geboten ist, dann kommen die Leute auch. Städtebaulich ist die Struktur des Kreuz­bergs gelungen. Er hat eine Mitte und alle Einrichtungen sind zentral gelegen“, lobt Pfarrer Frisch. Was allerdings fehlt, und da sind sich alle Verantwortlichen einig, ist eine Allzweckhalle. Für größere Veranstaltungen muss immer auf andere Stadtteile ausgewichen werden. Auch ein eigener Sportverein ist dadurch nicht möglich.

Dennoch ist es auch durch die Arbeitsgemeinschaft in den letzten zwei Jahrzehnten gelungen, dem Stadtteil eine Identität zu geben, etwa durch regelmäßig wiederkehrende Feste und Aktionen, wie etwa dem Ferienprogramm „Regenbogentage“ oder dem Sommerfest, zu dem dann weitere Gruppierungen aus dem Stadtteil ihren Teil beitragen. Seit dem Bestehen der Astrid-Lind­gren-Schule gehört auch der Weihnachtsmarkt als fester Termin in den Jahreskalender des Stadtteils. Zuerst auf dem Berliner Platz, dann für zwei Jahre auf dem Schulhof und seit 2014 wieder an alter Stelle, arbeiten hier alle Einrichtungen der Arbeitsgemeinschaft und noch weitere Gruppen, die sich zu der Gelegenheit zusammenfinden, zusammen.

Weihnachtsmarkt am Freitag

Am Freitag ab 16 Uhr ist es wieder so weit: Der Baum in der Mitte des Berliner Platzes ist schon aufgestellt und einige wenige bunte Päckchen hängen als Dekoration bereits an den Ästen. Nach einer Begrüßung durch Pfarrer Frisch und dem Schulchor mit Bezirkskantor Broer wird der Baum durch die Kreuzberger Kindergärten geschmückt. Danach gibt es bis 18 Uhr an den verschiedenen Ständen ein kulinarisches Angebot von Glühwein und Kinderpunsch über Würstchen, Gebäck und Kuchen bis hin zu Waffeln und natürlich selbst gebastelten Kleinigkeiten. Bianca Schwiewager, Vorsitzende des Fördervereins der Astrid-Lind­gren-Schule, freut sich auf die zwei Stunden Einstimmung auf Weihnachten, auch wenn der Aufwand groß ist: „Da wird deutlich, wie vielfältig der Kreuzberg ist.“