Crailsheim Weißrusslandhilfe: Arbeit von vielen mitgetragen

Im Sommer nächsten Jahres möchte der Verein Weißrusslandhilfe Crailsheim 35 Kinder aus dem Raum Gomel zu einem Schul- und Ferienaufenthalt einladen.
Im Sommer nächsten Jahres möchte der Verein Weißrusslandhilfe Crailsheim 35 Kinder aus dem Raum Gomel zu einem Schul- und Ferienaufenthalt einladen. © Foto: Wolfgang Rupp
Crailsheim / Sebastian Unbehauen 06.09.2018
Die Weißrusslandhilfe bereitet erneut einen großen Transport vor. Im nächsten Sommer ist ein Schul- und Ferienaufenthalt in Hohenlohe geplant – und am Sonntag gibt es ein Siedfleischessen.

Die Weißrusslandhilfe Crailsheim ist längst weit mehr als nur ein Verein. Sie hat sich zu einer großen Solidargemeinschaft entwickelt, die Mitglieder, Freunde, Förderer und Unterstützer im gesamten Landkreis Schwäbisch Hall und darüber hinaus hat und deren Arbeit von vielen Händen mitgetragen wird.

Das Klinikum Crailsheim hat unter anderem eine Großküche mit Zubehör gespendet, das Dia­konie-Krankenhaus in Hall gebrauchte und dennoch hochwertige Betten und viele andere Einrichtungsgegenstände, Speditionen und andere Unternehmen stellen für die Hilfstransporte in die weißrussische Stadt Gomel Fahrzeuge, Auflieger und Kraftstoffe zur Verfügung, im Sammellager im Alten Postweg in Crailsheim werden jeden Freitag unzählig viele Pakete mit Kleidung, Schuhen, Schul- und Spielsachen und Haushaltswaren angeliefert und von fleißigen Helfern sortiert.

Annahmestellen für Spenden

Viele Sachspenden werden auch bei den Annahmestellen Blaufelden (Manfred Schmieg), Waldtann (Dieter Jörg) und Mittelfischach (Dieter Retzlaff) abgegeben. Ob große Mengen von haltbarer Milch oder Vitaminsaft, ob andere Lebensmittel oder Medikamente, ob Inkontinenzartikel oder Verbandsmaterial, ob Rollstühle oder Rollatoren: Der Verein wird auf breiter Ebene und von vielen Seiten unterstützt. Ein Stamm von Mitgliedern ist im Dauereinsatz, andere Mitglieder und Freunde des Vereins helfen bei Sondereinsätzen mit.

Die Betten aus dem Diak werden Teil des Hilfstransportes nach Gomel sein, der für Ende Oktober geplant ist. Vorsitzender Reinhold Kett und der für die Organisation und Finanzen zuständige Robert Fischer stecken mitten in den Vorbereitungen, bei denen sie von weiteren Mitgliedern tatkräftig unterstützt werden.

Hilfe über 2000 Kilometer

Voraussichtlich vier Lastzüge und zwei Begleitfahrzeuge werden sich auf den 2000 Kilometer langen Weg machen. Fahrzeuge und Fahrer, Pässe, Visa und Auslandskrankenversicherung, Zollpapiere und Listen für die Partnerorganisationen „Weiße Tauben über Tschernobyl“ und „Zentrum für humanitäre Programme“, Termine zum Beladen der Fahrzeuge und Verpacken der Lebensmittelpakete sind nur einige von vielen Punkten, die abgeklärt und geregelt werden müssen.

Der Verein sieht seine humanitäre Aufgabe nicht nur in der materiellen Hilfe, sondern vor allem auch im Kontakt mit den Menschen, aus dem Beziehungen und Freundschaften entstehen. Der Besuch von Familien, Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern ist fester Bestandteil jedes Hilfstransportes.

Im Oktober sollen Gespräche über Praktika beziehungsweise Ausbildung in den Bereichen Landwirtschaft, Gesundheit und Altenpflege geführt werden. Der Eichendorffschule in Crailsheim unter Leitung von Rektor Oliver Grau ist es zu verdanken, dass ein weiteres Projekt konkrete Formen annimmt: Die Weißrusslandhilfe möchte im Sommer nächsten Jahres wieder einen Schul- und Ferienaufenthalt organisieren. Den ersten Kontakt haben 13 Schüler aus Gomel in Form von Briefen mit der Klasse von Lehrerin Saskia Requard hergestellt.

Erweitert wird dieser Briefwechsel von Schülern aus den Dörfern Pererost und Karawatschitschi, wo ebenso wie in Gomel Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird. Und das mit großem Erfolg, wie die Schüler bei früheren Besuchen der Weißrusslandhelfer eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Bei dem Aufenthalt der voraussichtlich 35 Kinder sollen Begegnung, Bildung, Kultur und Freizeit mitei­nander verbunden werden. Schon jetzt ist zugesagt, dass die jungen Besucher aus Weißrussland eine Woche lang als Gastschüler an der Eichendorffschule aufgenommen werden. Eine solche Aktion ist mit Ausgaben verbunden, ebenso wie das angemietete Lager für die Annahme und Lagerung von Sachspenden, der Einkauf von Lebensmitteln sowie die umfangreichen Hilfstransporte im Frühjahr und Herbst. Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse allein reichen zur Finanzierung der Aufgaben nicht aus. Deshalb halten Vorstandsmitglieder Vorträge, beteiligt sich der Verein an Weihnachtsmärkten, ist am Volksfestwochenende mit einem Imbissstand am Alten Postweg vertreten und lädt nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr am Sonntag wieder zum Siedfleisch­essen für einen guten Zweck ein (siehe Info).

Kreis der Solidarität

Hier schließt sich der Kreis der Solidargemeinschaft wieder: Das Fleisch wird von Hobby-Landwirt und Angus-Züchter Heinz Hertfelder aus Schönbronn gespendet, zubereitet wird das Essen mit vielen Beilagen von Matthias Vogt vom Gasthaus „Adler“ in Mariäkappel, der auch schon mehrmals in Weißrussland seine Kochkünste unter Beweis gestellt hat. Als Alternative gibt es Spaghetti, nachmittags werden Kaffee und Kuchen serviert.

Robert Fischer, Schatzmeister der Weißrusslandhilfe und Bürgermeister von Kreßberg, hofft, dass am Sonntag viele Menschen den Weg nach Haselhof finden und damit eine humanitäre Hilfsaktion unterstützen.

Lager für Sachspenden an zwei Tagen geöffnet

Das Lager für die Annahme von Sachspenden im Alten Postweg in Crailsheim ist wegen des bevorstehenden Hilfstransportes nur noch an den Freitagen, 7. und 21. September, jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am Volksfest-­Freitag, 14. September, ist geschlossen. Nach der Winterpause wird das neue Lager in Rüddern bezogen.

Das Siedfleischessen für einen guten Zweck beginnt am Sonntag, 9. September, um 11 Uhr in der Festhalle Haselhof.

Spenden für die Weißrusslandhilfe können auf folgende Konten überwiesen werden: bei der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, IBAN DE40 6225 0030 0000 2228 88, BIC: SOLADES1SHA oder bei der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim, IBAN: DE48 6229 0110 0016 6990 09, BIC: GENODES1SHA. ru

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