Kommune Arbeit auf mehr Schultern verteilen

Ziel ist ein besseres Miteinander in der Stadt.
Ziel ist ein besseres Miteinander in der Stadt. © Foto: Lena Reiner
Crailsheim / Birgit Trinkle 27.07.2018
„Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ ist Titel und Ansatz einer Prozessbegleitung für Crailheim.

Mit vielen schönen Reden haben Dorothea Rieber und Frieder Hartung dem Gemeinderat erklärt, wie das Land Baden-Württemberg Crailsheim dabei helfen will, „ein tragfähiges und nachhaltiges Integrationskonzept zu entwickeln – aufgrund der Mammut-Tagesordnung war dem freilich auf Antrag von Stadtrat Gerhard Neidlein (CDU) ein Zeitlimit gesetzt. Ausgewählt wurde Crailsheim, so Rieber, weil die Stadt sich als einzige in der Region beworben habe. 40 Bewerbungen gab es; insgesamt 23 Kommunen und Landkreise werden nun dabei unterstützt, „gemeinsam mit allen Einwohnerinnen und Einwohnern Ideen für das gute Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationserfahrung umzusetzen“.

Arbeits- und Begleitgremien wurden vorgestellt, Steuerungsgruppen, Workshops. Die entscheidende Frage kam von Stadtrat Peter Gansky (BLC): „Was haben die Mitglieder des Freundeskreis Asyl davon, wenn sie auch dafür noch Kraft und Zeit investieren?“ Rieber meinte daraufhin, die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Ehrenamtlichen erhalte einen neuen Rahmen; das Ganze sei auch als Werbung fürs Ehrenamt zu verstehen, und grundsätzlich gehe es darum, alle, die sich für Geflüchtete einsetzen, zu unterstützen. Ihre Arbeit sei auf mehr Schultern zu verteilen, und dabei werde durchaus an Vorhandenes angeknüpft.

Bereits in der Vergangenheit galt es, viele Flüchtlinge und Spätaussiedler aufzunehmen und zu integrieren; durch die hohe Zahl der Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016, so begründet die Verwaltung ihre Bewerbung um die Prozessbegleitung, erfahre das Ganze aber eine besondere Dynamik. Integration werde als Daueraufgabe erhalten bleiben, gleichzeitig sei sie weiter zu fassen und mit den Bereichen Bildung, Sport und Freizeit sowie Kultur zu verzahnen. Das von der Führungsakademie Baden -Württemberg ausgeschriebene Projekt „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ soll dabei helfen.

Gernot Mitsch (SPD) hofft auf eine verbesserte, nachhaltige Entwicklung. Der Gemeinderat stimmte dem Verfahren bei zwei Enthaltungen zu; jede Fraktion wird einen Vertreter oder eine Vertreterin zur Mitarbeit in den verschiedenen Gremien entsenden. Das war der Startschuss. Abgeschlossen wird das Projekt  am 30. Oktober 2019.

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