Die Nachricht hat sich am Mittwoch wie ein Lauffeuer in Leutershausen (Landkreis Ansbach) verbreitet: Die umstrittene Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier will ihren Dienst zum 31. Mai quittieren – in einem Schreiben an die Stadtverwaltung bat sie um ihre Entlassung. Konkrete Gründe nannte die Bürgermeisterin nicht.

Die schon seit Monaten krank geschriebene Rathaus-Chefin, die sich nach Informationen der „Fränkischen Landeszeitung“ (FLZ) nicht mehr in Leutershausen, sondern in ihrer Heimatstadt Marl in Nordrhein-Westfalen aufhalten soll, kam mit diesem Schritt ihrer Suspendierung zuvor, die die Aufsichtsbehörde Ende April eingeleitet hatte.
Um Sandra Bonnemeier, die vor vier Jahren auch in Schrozberg und Kirchberg vergeblich für den Bürgermeister-Posten kandidierte, ranken sich eine ganze Reihe von Affären, die schon kurz nach ihrem Amtsantritt im November 2016 publik wurden und in zwei Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Ansbach wegen des Verdachts der Untreue gipfelten. In einem Fall ist bereits Anklage erhoben worden. Die Ermittlungen zu Honoraren in Höhe von mindestens 186.000 Euro, die ohne Wissen des Gemeinderates an einen IT-Berater aus Satteldorf bezahlt wurden, dauern derzeit noch an.
Die Affären vergifteten auch das Klima im Gemeinderat und in der Bürgerschaft der Stadt. Sandra Bonnemeier sieht sich dagegen als Mobbingopfer, was auch in ihrem Entlassungsantrag anklingt: „Auch mit dem neu vereidigten Stadtrat sind offenbar keine positiven Veränderungen zu erwarten“, wie es in dem Schreiben heißt.
Bürgermeisterin in Leutershausen Sandra Bonnemeier will „Mobbing“ nicht dulden

Leutershausen