Crailsheim Anbau sorgt für mehr Platz und mehr Sicherheit

Marco Lauer demonstriert das Platzproblem neben dem Einsatzfahrzeug. Im Ernstfall herrscht hektisches Treiben auf engstem Raum.
Marco Lauer demonstriert das Platzproblem neben dem Einsatzfahrzeug. Im Ernstfall herrscht hektisches Treiben auf engstem Raum. © Foto: Christine Hofmann
Crailsheim / Christine Hofmann 20.06.2018
Das Feuerwehrgerätehaus Roßfeld bekommt einen Erweiterungsbau mit Umkleiden, Duschen und einem Schulungsraum. Auch der neue Mannschaftstransportwagen kann nun angeschafft werden.

Wenn das Löschfahrzeug der Feuerwehr Roßfeld im Feuerwehrhaus in der Gaugrafenstraße steht, ist das Gebäude eigentlich schon voll. Rechts und links führen nur schmale Wege am Fahrzeug entlang in den hinteren Bereich, in dem sich die Spinde mit der Ausrüstung befinden. Kaum zwei Meter trennen das Fahrzeug von den Schränken an der Gebäuderückwand. Eine eigene Umkleide gibt es nicht, die 28 Feuerwehrmänner und zwei -frauen ziehen sich auf dem schmalen Streifen im hinteren Teil des Gerätehauses um. Immer zwei Personen teilen sich einen Spind.

Für mehr Sicherheit

„Wir haben hier ein großes Platzproblem“, erklärt Armin Klingenbeck, Kommandant der Crailsheimer Feuerwehr. Bei einem Einsatz werde die räumliche Enge zusätzlich zum Sicherheitsrisiko. „Die Kameraden kommen vorn durch das Tor ins Gebäude, aus dem jederzeit das Fahrzeug ausrücken kann. Das ist sehr gefährlich, besonders, wenn der Einsatz nachts erfolgt und alle noch etwas schlaftrunken sind.“

Jochen Frey, Kommandant der Abteilung Roßfeld, ergänzt: „Wir wollen gar nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn jemand aus Versehen den Rückwärtsgang einlegt, während sich hinten Kameraden umziehen.“

Neben den Sicherheitsrisiken berge die derzeitige räumliche Situation zusätzlich Gesundheitsrisiken, erläutert Klingenbeck. „Die Kameraden kleiden sich im Dieselqualm des ausrückenden Fahrzeugs um. Das ist alles andere als optimal.“ Da es bisher keine Duschen gibt, geht jeder mit dem Dreck des Einsatzes nach Hause. Es gibt keine Möglichkeit, die toxischen Stoffe abzuspülen.

All diese Missstände werden jetzt behoben: Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag einer Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses zu. Rund 300 000 Euro kostet der zweigeschossige Erweiterungsbau, der sich dem hinteren Teil des Gebäudes an der Haller Straße anschließt.

Im Erweiterungsbau gibt es Platz für zwei Umkleideräume und Duschen. Der Zugang erfolgt künftig von der Haller Straße her. In Schutzkleidung betreten die Feuerwehrleute künftig die Garage, steigen ins Fahrzeug ein und der Einsatz kann beginnen. „Den gefährlichen Begegnungsverkehr an der Ausfahrt wird es nicht mehr geben“, so Klingenbeck.

Im oberen Stockwerk des Anbaus wird ein Jugend- und Schulungsraum eingerichtet. „Wir haben eine starke Jugendfeuerwehr mit 20 Jugendlichen“, erklärt Marco Lauer, zweiter stellvertretender Kommandant der Abteilung Roßfeld. „Wenn man Jugendliche gewinnen oder halten will, muss man ihnen etwas bieten.“ Bisher haben die 14 Jungen und sechs Mädchen der Jugendfeuerwehr nicht einmal einen Schrank für ihre Einsatzkleidung. Die hängt an Garderobenhaken in der Garage.

Durch einige Umbauten gibt es im alten Gebäudeteil künftig außerdem einen weiteren Stellplatz für den dringend benötigten Mannschaftstransportwagen. „Die Abteilung Roßfeld wächst, das ist sehr erfreulich“, sagt Armin Klingenbeck. „Deshalb ist es notwendig, ein zweites Fahrzeug anzuschaffen.“

Bevor der Gemeinderat dem Erweiterungsbau zustimmte, beklagte Stadtrat Peter Gansky (BLC) die hohen Baukosten, die seiner Ansicht nach „aus dem Ruder laufen“. Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer wandte jedoch ein, dass er froh sei, dass es sich lediglich um einen Anbau und nicht um einen Neubau handele: „Es ist positiv, dass die Kosten im sechsstelligen Bereich liegen und nicht im siebenstelligen.“

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