Am Rande . . .

EVL 04.03.2014

Für ihre Musical-Aufführung haben die Unterstufen-Schüler des Schulzentrums Michelbach fast eine Woche lang von morgens bis abends fleißig geübt. Auch, wie die Pause angekündigt werden soll, wurde festgelegt - aber offenbar nicht geprobt. Fünf Schülerinnen nehmen je ein Schild mit einem Buchstaben, und dann versuchen sie, sich zu sortieren. Das dauert - und schließlich liest das Publikum: "ESUAP". Ein Lacherfolg. Auch Regisseurin Ursula Stahl-Scholz findets lustig und ermuntert die Mädchen, es bei der zweiten Aufführung genauso zu machen.

Lesen trägt beim Museumsbesuch meist zum Erkenntnisgewinn bei. Auf den erklärenden Tafeln zu den Exponaten gibt es allerhand zu schmökern, zuweilen auch auf und an den Ausstellungsstücken selbst. Und dann gibt es jene Täfelchen mit Verhaltensregeln - wie etwa in der jüdischen Abteilung des Hällisch-Fränkischen Museums (HFM). Dort ist eine Laubhütte aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Zwei Stühle wirken recht einladend, doch an der Schwelle warnt ein auffälliges Schild: "Bitte nicht betreten!". Das hat ein ganz aufs Lesen konzentrierter Besucher am Sonntag offenbar glatt übersehen: Er sitzt mitten in der Laubhütte und entziffert die Inschrift an der Wand. Manchmal ist auch die Reihenfolge des Lesens von Vorteil.

Man muss im Museum aber nicht immer lesen, sondern kann auch mal nur zuhören - so wie in der Sonderausstellung "Russische Kinderbuchillustrationen" im HFM. Der Gast hält einen Hörer ans Ohr und lauscht russischen Märchen - gelesen von einer eindrucksvollen Frauenstimme. Wem die Stimme bekannt vorkommt: Sie gehört der in Michelbach/Bilz lebenden Schauspielerin Christine Häussler. /blo

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