Crailsheimer Steuobsttag Streuobsttag: Alte Apfelsorten für Kuchen und Smoothie

Crailsheim / Guido Seyerle 09.10.2017
Erster Crailsheimer Steuobsttag: Die Besucher freuen sich an der Möglichkeiten der Verkostung auf dem Wochenmarkt. Mobile Mosterei presst Direktsaft.

Der Zugang zu komplexeren Themen erfolgt am besten über das persönliche Erleben, das Fühlen, das Schmecken. Der erste Crailsheimer Streuobsttag am Samstag sollte zeigen, wie interessant das Ökosystem Streuobstwiese ist und wie vielfältig die Möglichkeiten der Apfelverarbeitung sind. „Genau, so schön säuerlich muss ein Apfelkuchen schmecken“, stellte der Crailsheimer Wolfgang Ansel bei der Verkostung am Stand des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) fest. „Dazu passen alte Sorten wie Brettacher und Boskoop am besten.“ Ute Stirn hatte noch einen Tipp: „Ich streiche Holundersirup über die Apfelstücke, das gibt einen besonderen Geschmack.“

Rund um Crailsheim stehen mehrere Tausend Streuobstbäume. Zwar sind die Erntemengen aufgrund des Spätfrostes Ende April in diesem Jahr gering. Aber man kann doch noch einiges auf den Wiesen zusammenklauben. „Auf unserer Patenwiese und drumherum haben die Schüler fleißig Äpfel in der Gesamtmenge von rund einer Tonne gesammelt“, freute sich Johannes Stefan vom Jugendzentrum, während er gemeinsam mit Ziehr Karim die Früchte zur mobilen Mosterei brachte.

Marc Walcher aus Nordheim bei Heilbronn verarbeitete in seinem Anhänger die Äpfel zu Saft und erklärte: „100 Kilogramm Äpfel ergeben rund 70 Liter Flüssigkeit.“ Der Apfelsaft schmeckte nicht so süß wie erhofft – den Früchten fehlt aufgrund der wenigen Herbstsonnentage noch etwas Zucker. Trotzdem war das Team vom Jugendzentrum um ­Erich Beyerbach sehr zufrieden. Die vielen Kartons mit frisch abgefülltem Apfelsaft entlohnten für die Mühen des Aufsammelns.

Smoothies – kalte Mixgetränke aus Obst – sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Ernährungswissenschaftlerin Annette Freder aus Backnang mischte Äpfel mit anderen Früchten und Kräutern zu „Fresh Magma“. Der orangene Smoothie kam bei den Besuchern gut an. Sogar der Mischlingshund Kayla der Crailsheimer Familie Wagner fand Gefallen daran. „Bäume holen Nährstoffe aus tiefen Schichten“, sagte die Ernährungsspezialistin. „Damit können wir viele Vorgänge in unserem Körper unterstützen. Das ist auch etwas für den kleinen Geldbeutel.“ Zu besonderen Anlässen werden die Smoothies mit etwas Amaretto verfeinert.

Die Stadt Crailsheim ist wie die Gemeinde Kreßberg Teil der Fränkischen Moststraße. Deren Apfelkönigin Anna-Maria Hußel war mit dem Besucheraufkommen am Samstagvormittag zufrieden. „Den Crailsheimer Streuobsttag gibt es zum ersten Mal, er wird sich etablieren“, so die Apfelhoheit. „Es hätte nur deutlich wärmer sein können.“ Um das Thema lokales Obst schmeckbar zu machen, gab es am Stand Kreßberger Fruchtgummis. Hußel probierte und fand ihren Favoriten: schwarze Johannisbeere.