"Diese Computerarbeit, da muss ich mich noch weiter reinbeißen", sagt Alexandra von Berlichingen. Auch kurz vor ihrem 75. Geburtstag am vergangenen Freitag lässt die Vorsitzende der Burgfestspiele Jagsthausen nicht locker. Stolzer als auf den Geburtstag, für den sie ja nichts könne, ist sie deshalb auf ihre Arbeit für die Freilichtbühne in den letzten 20 Jahren.

"Ich genieße dieses Theater mit seinen beeindruckenden Schauspielern, den tollen Laiendarstellern und dem wunderbaren Chor", sagt die Baronin. Die Burgfestspiele hätten sich inzwischen zu einem kleinen mittelständischen Betrieb entwickelt - "personell natürlich auf kleinster Flamme". Die Professionalisierung der vergangenen Jahre sei aber sogar einhergegangen mit einer Reduzierung des Aufwands für sie selbst. Zufrieden und gelassen wirkt sie dabei.

Dass sie das nicht immer ist, lässt der Mann an ihrer Seite durchblicken. "Ich wünsche ihr zum Geburtstag, dass sie nicht immer alles so ernst nimmt", sagt Roman Herzog, Alt-Bundespräsident und seit 2001 mit Alexandra von Berlichingen verheiratet. Er komme aus einer Laufbahn, wo es immer so viel Ärger gab, dass man gar keine Zeit gehabt habe, sich zu ärgern.

Zeit - die nutzt das Paar immer gerne zum Reisen, auch wenn es mit dem einstigen Wunsch, ein Viertel- oder sogar ein ganzes Jahr in Rom zu verbringen, nichts geworden ist. "Wir haben da mal wieder Urlaub gemacht", sagt Roman Herzog trocken. Ins Schwärmen gerät dagegen seine Frau: "Mit ihm durch Rom zu gehen, das ist faszinierend. Jede Frage kann er beantworten."

Häufig zieht es die zwei nach München. Schon als Jugendliche entdeckte sie im hohen Norden in Hamburg ihre Liebe zum Schauspiel. Eine wichtige Voraussetzung, als sie 1994 relativ unvorbereitet die Leitung der Burgfestspiele in Jagsthausen übernahm, nachdem ihr Mann Götz von Berlichingen an einem Herzinfarkt gestorben war.

Und jetzt? Denkt sie an die Einarbeitung eines Nachfolgers? Steht ihr Sohn Götz von Berlichingen möglicherweise bereit? "Ich arbeite daran", sagt sie zuerst nur knapp und lächelt. Dann: "Ich setze meine ganze Kraft dafür ein, dass uns die Burgfestspiele erhalten bleiben."