Crailsheim Aha-Erlebnisse in Sachen Nachhaltigkeit

Diplom-Biologin Karin Kolbe erklärt den Drittklässlern aus Wallhausen am „Netzspiel“ im Expeditionsmobil, wie intelligente Stromnetze der Zukunft funktionieren: Stromangebot und -abnahme sollen harmonieren.
Diplom-Biologin Karin Kolbe erklärt den Drittklässlern aus Wallhausen am „Netzspiel“ im Expeditionsmobil, wie intelligente Stromnetze der Zukunft funktionieren: Stromangebot und -abnahme sollen harmonieren. © Foto: Christine Hofmann
Crailsheim / Christine Hofmann 12.07.2018
Im Expeditionsmobil der Baden-Württemberg-Stiftung lernen Schüler und Erwachsene viel über Grundlagen und Herausforderungen der Energiewende.

Rund um das Thema Nachhaltigkeit drehte sich die „Expedition N“, eine Ausstellung in einem Expeditionsmobil, das Anfang der Woche auf dem Crailsheimer Volksfestplatz Station machte und Schüler und Bürger über die Energiewende informierte. Egal ob verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen, intelligente Stromnetze, Nutzung erneuerbarer Energien, umweltfreundliche Mobilität oder bewusster Konsum – kaum eine Frage blieb unbeantwortet.

An 20 interaktiven Exponaten und Multimedia-Terminals wurden die Grundlagen der Energiegewinnung, -speicherung, -versorgung und -nutzung erläutert. Für die Schüler der Klasse 3a der Grundschule Walhausen, die die jüngsten Besucher der Ausstellung darstellten, gab es einige Aha-Erlebnisse. So erzeugte ein Schüler beim interaktiven „Netzspiel“ durch Drehen einer Kurbel Strom, mit dem fünf PCs angetrieben und Computerspiele gespielt werden konnten. Aber: Je mehr Computer  gestartet wurden, desto geringer wurde die erzeugte Strommenge – bis sie schließlich versiegte: Blackout durch Netzüberlastung.

„Achtet auf das Gleichgewicht“, mahnte Diplom-Biologin Karin Kolbe, die das Projekt betreute und die Schulklassen durch die Ausstellung führte. Nach mehreren Versuchen und genauen Absprachen – „Warte bis ich fertig bin, dann kannst du dein Spiel starten“ – schafften es die Drittklässler schließlich, nur so viel Strom zu verbrauchen, wie von der Handkurbel produziert werden konnte. Sie hatten das Grundprinzip des intelligenten Netzes der Zukunft verstanden.

Im Obergeschoss des Expeditionsmobils wurden Filme zum Umwelt- und Klimaschutz gezeigt. Und wer noch tiefer in die Materie einsteigen wollte, konnte in der digitalen Bibliothek zu verschiedenen Themen recherchieren. Dafür interessierten sich allerdings eher die Schüler höherer Jahrgänge und die erwachsenen Besucher – für die Wallhausener Grundschüler waren die interaktiven Exponate weitaus spannender.

„Die Kinder kommen mit vielen Wissensbruchstücken in den Unterricht. Es ist sehr hilfreich, wenn sie sich hier einen Überblick verschaffen können und Zusammenhänge erkennen“, sagte Klassenlehrer Ulrich Ruchay. „Das schafft die Ausstellung ganz wunderbar.“ Nach dem Ausstellungsbesuch will er das Thema im Unterricht mit den Schülern behandeln.

Dass das Expeditionsmobil überhaupt in Crailsheim Station machte, war dem Klimaschutzmanager der Stadt, Johannes Löblein, und den Stadtwerken Crailsheim zu verdanken. „Das Thema Nachhaltigkeit haben wir uns natürlich auch auf die Fahne geschrieben“, sagte Energieberater Ralf Hübsch und Johannes Löblein pflichtete bei: „An der Energiewende kommen wir nicht vorbei. Das ist ein Thema, das alle angeht.“

Alles rund um die Energiewende

Die Informations- und Bildungsoffensive „Expedition N – Nachhaltigkeit für Baden-Württemberg“ wurde im September 2010 von der Baden-Württemberg-Stiftung gestartet. In der ersten Phase stand das Themenfeld „Energie und Umwelt“ im Mittelpunkt. Die zweite Phase startete im Oktober 2013 mit dem Thema Energiewende. Das zweistöckige Ausstellungsfahrzeug ist in vielen Städten Baden-Württembergs unterwegs. hof

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