Illegale Müllablagerungen, Sachbeschädigungen und Lärm in der Stadt oft bis in die frühen Morgenstunden – das alles sind Entwicklungen, die Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer nicht gefallen. Er spricht von „negativen Tendenzen“. Deshalb haben sich Stadtverwaltung und Polizei am Runden Tisch getroffen. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenpaket, mit dem gegen Vandalismus, Vermüllung und Verlärmung vorgegangen wird. Es soll mehr kontrolliert und konsequenter geahndet werden, aber es sollen auch „geeignete Aufenthaltsplätze für Jugendliche und junge Menschen“ ausgewiesen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Keine Ausnahme

Als Oberbürgermeister Dr. Grimmer am vergangenen Sonntag einen Spaziergang machte und an der Hindenburgeiche vorbeikam, fand er eine Situation vor, die für Crailsheim keine Ausnahme ist. Überall, wo es Sitzbänke gibt, ist die Umgebung oft vermüllt. Grimmer schrieb auf Facebook, dass die Situation an der Eiche, einem der schönen Plätze in Crailsheim, seinen „subjektiv gewonnenen Eindruck der vergangenen Wochen“ bestätigt hat. Es ist aber nicht nur der Müll an vielen Stellen in der Stadt, der immer mehr Bürgerinnen und Bürger verärgert. Hinzu kommt Vandalismus. Das Beispiel Degenbachsee ist nur eines von vielen, in Brand gesetzte oder sonstwie zerstörte Abfallbehälter sind an der Tagesordnung. Hinzu kommt der Lärm in den späten Abend- oder gar Nachtstunden. Menschen, die in der Innenstadt wohnen, sind davon genauso geplagt wie Anwohner in der Schönebürgstraße und Beuerlbacher Straße. Der Volksfestplatz hat sich längst zu einer Mischung aus Partyzone, Abenteuerspielplatz und Verkehrsübungsplatz entwickelt, der jeden Abend Menschen nicht nur aus der Stadt anzieht.

Drei Konfliktfelder

Die Vertreter von Rathaus und Polizei haben drei Konfliktfelder ausgemacht:

• Straftaten/Sachbeschädigung
• Partymüll und illegale Müllentsorgung
• Ruhestörungen
Der Partymüll, der beispielsweise anfällt, wenn sich größere Gruppen am östlichen Ende des Volksfestplatzes versammeln oder vor dem Eingang des Schönebürgstadions, „steht vermutlich im unmittelbaren Zusammenhang mit den Corona-Einschränkungen“, heißt es in der Pressemitteilung. Den jungen Menschen fehle es an Alternativen zur Freizeitgestaltung. Deshalb will sich die Verwaltung Gedanken da­rüber machen, wo sie im Stadtgebiet geeignete Aufenthaltsplätze ausweisen kann.

Maßnahmen beschlossen

Rathaus und Polizei haben mehrere Maßnahmen beschlossen, mit denen die „negativen Tendenzen“ (Grimmer) in Crailsheim gestoppt werden sollen. So werden Verstöße künftig konsequent zur Anzeige gebracht. Eine überarbeitete städtische Polizeiverordnung, die im Herbst dem Gemeinderat vorgelegt wird, soll eine schärfere Sanktionierung von Vergehen ermöglichen. Zudem sollen über die Internetseite der Stadt den Crailsheimerinnen und Crailsheimern Wege aufgezeigt werden, wie sie der Polizei auf unkomplizierte Weise Beschädigungen und Vergehen melden können. Außerdem überlegt das Rathaus, ob interessierten Bürgerinnen und Bürgern Patenschaften für Plätze übertragen werden können.