Roßfeld Achtklässler interpretieren Commedia dell’Arte

Theater am Lise-Meitner-Gymnasium (von links): Silvio (Ferdinand Novak), Rosaura (Helen Meyer), Kaufmann Pantalone (Jamie Woolfolk) und Dr. Lombardi sind überrascht über das Erscheinen des totgeglaubten Federigo Rasponi (Julia Gaspert).
Theater am Lise-Meitner-Gymnasium (von links): Silvio (Ferdinand Novak), Rosaura (Helen Meyer), Kaufmann Pantalone (Jamie Woolfolk) und Dr. Lombardi sind überrascht über das Erscheinen des totgeglaubten Federigo Rasponi (Julia Gaspert). © Foto: LMG
Roßfeld / swp 11.07.2018
Carlo Goldonis Verwechslungskomödie „Der Diener zweier Herren“ am Lise-Meitner-Gymnasium aufgeführt.

In den vergangenen Wochen hat sich der Lichthof im Lise-Meitner-Gymnasium in einen pittoresken venezianischen Marktplatz mit dem Schattenriss der Rialtobrücke, einem Ristorante und einer Gondel im Hintergrund verwandelt. Diese Kulisse bot den Schauplatz für „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni, dem bekanntesten Stück der Commedia dell’Arte aus dem Jahr 1746.

Die glücklich endende Liebes- und Verwechslungskomödie hatte sich die Klasse 8a zusammen mit Deutschlehrerin Dorothea Winkler als Textgrundlage für ihr fächerübergreifendes Theaterprojekt ausgewählt, das traditionell in der achten Klasse an der Schule durchgeführt wird.

Rosaura, die Federigo Rasponi versprochen wurde, ist glücklich, nach dessen Tod nun ihren wahrhaft geliebten Silvio heiraten zu können. Doch kaum ist die Verlobung offiziell, steht der Totgeglaubte vor der Gaststätte und fordert seine Braut zurück. In Wahrheit verbirgt sich in der Männerkleidung des Totgeglaubten seine Schwester Beatrice, eine weitere unglücklich Verliebte. Sie ist auf der Suche nach ihrem Geliebten, Florindo, der angeblich im Duell ihren Bruder getötet haben soll. Nun tritt Truffaldino, Beatrices Diener auf, der sich einen weiteren Herrn sucht – keinen Geringeren als Beatrices Geliebten Florindo. Die Verwechslungen und Verwirrungen nehmen ihren Lauf: vertauschte Briefe, verwechselte Koffer, ein mehrgängiges Menü für zwei Herren, bringen den Diener Truffaldino gehörig ins Schwitzen. Am Ende finden sich die drei glücklichen Liebespaare, das Schlusstableau bildet ein rauschendes Fest auf dem Marktplatz.

Opulentes Bühnenbild

„Wir haben Charaktere und Handlungsstrang des Originals beibehalten, das umfangreiche und detaillierte Bühnenbild wurde jedoch den überzeichneten ­Figuren angepasst und weicht damit vom ursprünglichen Improvisationstheater des 18. Jahrhunderts ab“, erläutert die betreuende Deutschlehrerin das opulente Bühnenbild. Dies hatten die Schüler gemeinsam mit Kunstlehrer René Schubert entwickelt und gebaut. Die Musikauswahl, unterstützt von Musiklehrerin Ines Mend, betonte das italienische Flair der Komödie. Zusätzliche Geräusche unterstrichen den Komödiencharakter.

Beeindruckend war das reibungslose Zusammenspiel der Akteure vor und hinter der Bühne. Neben den beiden Hauptrollen Truffaldino, gespielt von Kaan Bartan, und Beatrice, gegeben von Julia Gaspert, sind besonders in Nebenrollen Jamie Woolfolk, Luis Hemming, Leonard Kunz, Fabian Wottke und Helen Meyer zu nennen. Letztere auch als Teil der Akteurinnen hinter den Kulissen, zu denen Alina Yoldas, Sahra El Mosye, Laura Metzger, Maya Leidig und Jessica Pelger zählten.

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