Schwäbisch Gmünd Abschied von den "Klappraden"

Editha Pröbstle mit "bauschiger Barockfrau". Die Figur wurde bis zum Wochenende in Gmünd gezeigt.
Editha Pröbstle mit "bauschiger Barockfrau". Die Figur wurde bis zum Wochenende in Gmünd gezeigt. © Foto: Stauferpress
Schwäbisch Gmünd / WERNER SCHMIDT 11.11.2014
Finissage am Josefsbach: Vier Wochen nach der Landesgartenschau werden auch die Skulpturen von Editha Pröbstle abgebaut - und verkauft.

Walter Bolek hat sich in den Elefant verliebt. Deshalb kam er mit Frau am Sonntag extra vom Federsee nach Gmünd, wo die Erschafferin der Kunstfigur, Editha Pröbstle, fast vier Wochen nach Ende der Gartenschau nun auch ihre Ausstellung beendete.

Seit Ende April standen die überdimensionalen, aber filigranen Figuren im Garten und auf dem Dach von Holzbau Kessler an der Josefstraße. Nun werden sie abgebaut und nach Köln und Luxemburg gebracht. Andere Werke verkaufte Beuys-Schülerin Editha Pröbstle nach Liechtenstein, wo ein privater Sammler sich für ihr Schaffen interessiert.

Am Sonntag stand im Hof von Meister Michael Kessler ein Reigen bunter Figuren, so genannte "Klappraden". Dabei handelt es sich um zumeist weibliche Figuren, die aus mehreren Teilen zusammengesteckt werden und so skurrile Titel tragen wie die "bauschige Barockfrau" oder "Vitale Vogelfrau". Alle Werke standen zum Verkauf, ebenso die Zeichnungen und Holzschnitte, die die in Koblenz lebende Editha Pröbstle mit an den Josefsbach gebracht hatte.

Dass die Ausstellung überhaupt stattfinden konnte, ist Beate Kessler und "Soroptimist International" zu verdanken. In der weltweiten Vereinigung berufstätiger Frauen sind sowohl Beate Kessler als auch Editha Pröbstle Mitglieder. Während eines Treffens kamen sie ins Gespräch: Figuren der Künstlerin hatten auch bereits die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz geziert. Warum also nicht auch die Landesgartenschau 2014 in Schwäbisch Gmünd? Nun profitieren die Soroptimisten von der Finissage. Zehn Prozent des Verkaufserlöses gehe an die Organisation, die die Spende für karitative Zwecke einsetzen werde, sagte die Präsidentin des Soroptimisten Clubs Schwäbisch Gmünd, Helene Mayr. So wie auch 50 Prozent des Erlöses aus dem Verkauf von Pröbstles "Wasserwürfelspiel" für Brunnenbauprojekte in verschiedenen Teilen Afrikas verwendet werden.

Auch dieses Spiel wurde auf der Finissage angeboten. Thomas und Editha Dulle, die eigens aus Nürnberg angereist waren, entschieden sich dann aber doch für einen Holzschnitt der Künstlerin: Die Katze, die keine Mäuse hat.

Elefant auf Kesslers Carport fasziniert Gartenschaubesucher

Walter Bolek, der Pröbstles Elefant auf dem Dach von Kesslers Carport während eines Besuchs der Gartenschau im Sommer gesehen hatte, gestand: "Der Elefant sprang mir ins Auge." Das Paar hat am Federsee ein Haus gekauft und der Elefant würde nicht nur in den Garten passen, auch der einjährige Enkel könnte darauf reiten.

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