Die Abi-Zeit ist eine aufregende Zeit: Die Schulzeit geht zu Ende, es stehen die größten Prüfungen an, die ein Schüler bis dato meistern musste, ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Und nicht zuletzt wird rund um das Abitur viel gefeiert. Es gibt ja auch wahrlich viel zu feiern.

In Corona-Zeiten verläuft die Abi-Zeit ein wenig anders. Mit dem Shutdown des öffentlichen Lebens und der Schließung sämtlicher Schulen im Land war zunächst unsicher, ob es in diesem Schuljahr überhaupt ein Abitur geben würde.
Das Kultusministerium gab schnell Entwarnung: Die Prüfungen sollten stattfinden, aber nicht wie geplant gleich nach den Osterferien, sondern einen Monat später. Aber: Es darf nicht gefeiert werden. „Ihr müsst auf so vieles verzichten, was ja eigentlich ein Abitur interessant macht: Abischerz, Abifeier, ja wohl auch auf den Abiball. Wahrscheinlich werden euch nur die Prüfungen bleiben“, schreibt Günter Koch, Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG), in einem Brief an die Kursstufenschüler.

Diese Woche waren die Abi-Prüfungen in Spanisch und Deutsch dran

In dieser Woche wurden die ersten Prüfungen geschrieben. Am Montag im Fach Spanisch und am Mittwoch im Fach Deutsch. „Die Schüler haben sich richtig gefreut, dass es jetzt endlich losgeht“, berichtet Konrektor Christian Reinhardt. „Es gab durch die Verschiebung der Prüfungstermine zwar mehr Zeit für die Vorbereitung, aber für die Schüler war es trotzdem eine Sondersituation. Das kann auch belastend sein.“
Die Prüfungen werden unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt. So wurde der ohnehin vorgeschriebene Abstand zwischen den Tischen noch etwas vergrößert. Die Aula kam nicht als Prüfungsraum infrage, da das Hauptgebäude am ASG momentan generalsaniert wird. Da der Abschlussjahrgang diesmal jedoch nicht besonders groß ist – die letzten G8-Schüler legen jetzt ihre Prüfungen ab, ab dem kommenden Schuljahr gibt es nur noch Absolventen des neunjährigen Gymnasiums – konnten die Prüflinge in der Cafeteria und in einem Klassenarbeitsraum untergebracht werden.

Viel Platz in der Halle

Die Schüler des Lise-Meitner-­Gymnasiums (LMG) schreiben ihre Prüfungsklausuren in der Hirtenwiesenhalle, so ist es seit acht Jahren üblich. „Die Halle hat beste Voraussetzungen. Den besonderen Corona-Abstand können wir hier problemlos einhalten“, berichtet Schulleiter Joachim Wöllner. Einzig eine Flasche Desinfektionsmittel auf dem Aufsichtstisch weist darauf hin, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr unter anderen Vorzeichen stehen.

Eine weitere Änderung in Corona-Zeiten vereinfacht den Lehrern die Durchführung der Prüfungen. „Die Korrekturdurchgänge wurden von drei auf zwei reduziert. Wir korrigieren die schriftlichen Arbeiten nur hausintern“, sagt Wöllner. „Andernfalls wäre es personell in diesen Zeiten nur schwer zu stemmen gewesen. Das Kultusministerium hat das Abitur dadurch machbar gemacht.“

Nächste Woche gibt’s drei Prüfungstermine


Die Hauptprüfungstermine für Abi­turienten an allgemein bildenden Gymnasien wurden vom Kultusministerium vom ursprünglichen Termin nach den Osterferien auf den Zeitraum 18. bis 29. Mai verlegt. Mündlichen Prüfungen werden zwischen dem 20. und 29. Juli abgelegt. Als nächstes steht am Montag die Prüfung im Fach Englisch an, am Dienstag folgen die Matheprüfung und am Donnerstag Fächer wie Chemie, Physik, Wirtschaft, Sport oder Kunst.