Am großen Esstisch sitzen Margit und Dr. Werner Schebesta, Pfarrer Peter Gansky (alle drei vom Arbeitskreis Tansania), Elisongua Kiwia und Mary Laiser, beide aus Tansania. Die fünf frühstücken gemütlich. Und sie tun, weswegen sie zusammengekommen sind: Sie lernen sich besser kennen und tauschen sich über Projekte aus – die neuesten Wassertanks, zum Beispiel, für die der Arbeitskreis Spenden gesammelt hat, das jüngste Ausbildungsprojekt oder die Bäume, die gegen Erosion gepflanzt wurden.

Doch immer wieder kommt das Gespräch zurück aufs Wasser. „In Tansania haben wir nicht genug Wasser für alle gleichzeitig“, erklärt Mary Laiser. Im Moment sei Trockenzeit. „Die Leute warten gerade sehnsüchtig auf den Regen.“

Manche Frauen sind den ganzen Tag unterwegs, nur um Wasser zu holen. Elisongua Kiwia etwa berichtet, dass er als kleiner Bub kilometerlang durch die afrikanische Steppe gehen musste, nur um so viel Wasser zu holen, wie er tragen konnte – fünf Liter. Dasselbe erzählt auch Mary Laiser. Sie habe von der Schule Wasser nach Hause getragen – fünf Liter 15 Kilometer weit. Mit Wasser im Überfluss, findet Mary Laiser, sind Menschen in Europa „sehr privilegiert“. Umso wichtiger sei es, die Wasserversorgung in den Dörfern zu organisieren. Dass es dort heute gut 600 Wassertanks mehr gibt, ist auch dem Arbeitskreis Tansania zu verdanken, den Pfarrerin i. R. Barbara Kniest vor über 25 Jahren gegründet hat. Der Arbeitskreis hat in Tansania eine Partnerorganisation ins Leben gerufen, die NGO (non governmental organisation – Nichtregierungsorganisation) „Maji Kwa Vijiji. Das ist Kisuaheli und heißt „Wasser für die Dörfer“. Mary Laiser ist Vorsitzende, Elisongua Kiwia Geschäftsführer. Beide arbeiten ehrenamtlich.

„Water is the key“, sagt Mary Laiser – Wasser ist der Schlüssel zu allem. Denn wer kein Wasser hat, kümmert sich zuerst darum. Und dann erst um die Ausbildung der Kinder. Dabei ist auch das klar: „Education is the key.“ Die Ausbildung ist der zweite Schlüssel. Besonders die Ausbildung der Mädchen. Sie selbst etwa sei gegen den Widerstand ihres Vaters später mit der Hilfe von Barbara Kniest in die weiterführende Schule gekommen, erzählt Mary Laiser. Sie habe dann sogar in Dublin studiert und war jahrelang Frauenbeauftragte des evangelischen Bischofs in Tansania – und das alles nur „weil Menschen mich unterstützt haben“. Heute hilft sie anderen, vor allem Frauen, denn sie weiß: „Wer eine Nation voranbringen will, muss die Frauen ausbilden.“ Das bestätigt auch Dr. Werner Schebesta, heute Vorsitzender des AK Tansania: „Für Hilfe zur Selbsthilfe muss man einen langen Atem haben.“

Was diese Hilfe aus Crailsheim in den vergangenen Jahrzehnten aber doch bewirkt hat, davon wollen Mary Laiser und Elisongua Kiwia jetzt in Crailsheim berichten. Sie gehen dazu in die Schulen, in denen es Tansania-Projekte gibt. In die Eugen-Grimminger-Schule zum Beispiel, oder in die Realschule am Karlsberg. Sie treffen Sponsoren und halten Vorträge.

Dabei ist Peter Gansky auch dieser Aspekt wichtig: „Unsere Hilfe ist keine Einbahnstraße. Auch wir profitieren.“ Doch wovon? Eli Kiwia bringt es auf den Punkt – und er bemüht ein Bibelzitat (Pr 4,9): „Two are better than one“. „Zwei sind besser dran als einer allein“.

Gäste aus Tansania noch bis 24. Februar im Land


Wer Mary Laiser und Elisongua Kiwia treffen will, kann das unter anderem bei diesen Veranstaltungen tun: Am morgigen Freitag in der Turnhalle Ellrichshausen beim öffentlichen Sponsorenabend, bei einem Themenabend am 21. Februar in Waldtann oder bei einer musikalischen Matinee mit Gottesdienst am Sonntag, 24. Februar. uts