Unternehmer, Handwerksmeister, Motivationstrainer, Comedian, Witzeerzähler, dazu noch hyperaktiv, Inhaber von zwölf Patenten und sehr häufig im Auto – das sind nur ein paar Facetten, mit denen sich der „Herr Gimber“ aus Pforzheim selbst beschreibt. Fast alle in der ausverkauften Jagstauenhalle in Jagstheim werden ihn aber nur unter dem Namen „Olli“ kennen, denn so ist er bei YouTube berühmt geworden. Am Samstagabend entführt er die Hohenloher zweieinhalb Stunden in die Welt des Kurzwitzes – wie zum Beispiel: „Warum spielen Frauen über 40 kein Verstecke mehr? Weil sie keiner mehr sucht.“

Bereits vorab hat sich der 56-jährige Malermeister dafür entschuldigt, dass es nur um den Spaß gehe, nicht um Beleidigungen. So vermeidet er Witze über Religionen oder andere Kulturen. Es habe wegen falsch verstandenen Witzen bereits Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen gegeben. Auch Holländer seien für seine Art von Humor wenig empfänglich, vor allen in Zeiten von Fußball-Titelkämpfen. „Schau ich aus dem Fenster. Sehe, wie zwei Holländer Fußball spielen. Doch was sehe ich dann, der Fußball ist eine Katze. Ich renne runter. Und was bekomme ich dort mit? Die Katze führt 1:0!“ Dagegen seien Polen-Witze bei ihm erlaubt: „Ich bin Halb-Pole und damit selbst betroffen.“

Nach mehr als 400 Live-Auftritten kann Olli einschätzen, welche Art von Witz ankommt. Dieser hier zum Beispiel – übrigens sogar bei einer Seniorenveranstaltung, auf der Gimber aufgetreten ist: „Der Bestatter wird von der Witwe gebeten: Bitte bestatten sie meinen Mann auf dem Bauch liegend. Fragt der Bestatter, warum denn das? Falls er nur scheintot ist, gräbt er in die falsche Richtung.“

Olli kennt nicht nur die Sonnenseite des Lebens

Da ist er dann zu erleben, dieser Herr Gimber, der auf jedes auch noch so kleine Stichwort eine ganze Latte von Witzen abbrennen kann. Aber es gibt auch den nachdenklichen und sich reflektierenden Comedian, der nicht nur die Sonnenseiten des Lebens kennt. 2010 hatte er mit schweren Depressionen zu kämpfen und war in Behandlung. „Ich arbeitete 17 Stunden am Tag. Es war kein Platz mehr für Freude und Humor in meinem Leben.“

Weil Olli großen Wert auf Pünktlichkeit legt – und auch in Jagstheim um genau 20 Uhr beginnt – war er beim Therapeuten zu früh dran und saß deshalb noch im Auto. Da rief ihn ein Freund aus Neuseeland an und sagte: „Olli, du hast früher so tolle Witze erzählt. Komm, hau mal einen raus.“ Das war kein Problem für Gimber. „Mir fiel selbst auf, dass ich seit drei Jahren nicht mehr so gelacht hatte. Das hat gut getan.“ Schritt für Schritt zog er sich aus der Krise – um auch aus dieser Situation Ideen für Witze zu ziehen.

Gute Witze bekommt er auch von Fans per E-Mail zugeschickt. Das können bis zu 600 pro Tag sein. „Mann geht mit seiner Frau in der Stadt spazieren. Sagt die Frau: Schau mal, die da vorne hat die gleiche Leggins wie ich. Sagt der Mann: Ja, aber bei dir sind die Blumen viel größer. Was folgern wir daraus? Kleine Kinder, Betrunkene und Leggins sagen die Wahrheit.“

Über die aktuelle Corona-Krise erlaubt er sich nur einen Witz: „Ich bekomme einen Teil meiner heutigen Gage in fünflagigem Klopapier.“ Doch auch er bekommt die Auswirkungen des Virus’ zu spüren. Seine für Sonntag angesetzte Show in Münster wurde abgesagt.