Ein abwechslungsreiches Programm bot die Darstellergruppe um Espen Nowacki über drei Stunden lang ihrem Publikum. Nowacki selbst schlüpfte etwa in die Rolle eines der Blues Brothers und bot zusammen mit Zoltan Tombor ein groovendes „Sweet Home Chicago“ sowie ein mitreißendes „Everybody Needs Somebody“.

Dazwischen gab es etwas zum Mitsingen für die Zuschauer: Nowacki als Cab Calloway mit „Minnie the Moocher“ bis hin zu zungenbrecherisch schnellen Nachsingformeln. Und weil das so gut funktionierte, wurde mit „Shout“ von Isley Brothers aus dem Musical „Sister Act“ gleich noch ein Mitklatsch- und Mitsingstück am Ende des ersten Sets drangehängt.

Nach bannenden Klängen zu Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“, aus „Jekyll and Hyde“ mit „Dies ist die Stunde“ oder „Ewigkeit“ wie „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ war zuvor mit in die Beine gehenden Stücken aus dem Musical „Grease“ aufgelockert worden: von „Summer Nights“ bis zu „You‘re The One That I Want“. Danach hatte Stefanie Kock als Evita ihren großen Auftritt zu „Wein‘ nicht um mich, Argentinien“, mit Hingabe und schöner Stimme dargeboten.

Konzert im Adler Meidelstetten Lieder und „gspaßigen Geschichten“

Meidelstetten

Über einen Mangel an Musical-Stoff kann sich das Crailsheimer Publikum nicht beschweren

Nadine Hammer stellte ihr im zweiten Set die Elisabeth aus dem gleichnamigen Musical gegenüber. Mit Leidenschaft sang sie „Ich gehör‘ nur mir“ (Und will ich die Sterne, dann finde ich selbst dorthin) und traf am Ende gekonnt den Spitzenton. Mit Zoltan Tombor zauberte sie ein soghaftes „Wenn ich tanzen will“ und weitete gekonnt mit ihm zusammen die Melodien des „Wehrlos“-Duetts aus „Die Päpstin“, einem neueren, 2011 uraufgeführten Musical von Dennis Martin.

„Erinnerung“ aus Lloyd Webbers „Cats“, derzeit als Filmversion im Kino zu erleben, gestaltete Nadine Hammer ebenfalls hingebungsvoll aus. Allerdings verhinderte die zugespielte Begleitmusik eine weitaus empfundenere Wiedergabe, die sich im Zusammenspiel von Sängerin mit den Instrumentalmusikern sicherlich eingestellt hätte.

Die beiden Hauptsängerinnen des Abends waren außerdem gemeinsam zu „Der Sieger hat die Wahl“ (“The Winner Takes It All“ aus dem ABBA-Musical „Mamma Mia!“ zu erleben. Ergänzt wurden ihre Auftritte durch die auch tänzerisch begeisternde Lina Hampel, die mit „I Am A Good Girl“ aus „Burlesque“ begeisterte.

Darüber hinaus waren Anjuška Dabanović und Anna Carave als tanzend anrüchige Polizistinnen zu „Blues Brothers“ oder auch als mit viel Federn und sehr bunt gekleidete Tänzerinnen zu „Der ewige Kreis“ aus dem Elton-John-Musical „Der König der Löwen“ zu erleben, da auch zusammen mit Dominik Halamek. Der war nicht nur für die Choreografie des Abends, sondern auch für das Bühnenbild und die Lichtshow sowie die teils rauschenden wie glitzernden Kostüme zuständig. Ein wenig gewöhnungsbedürftig waren neben der instrumentalen Begleitung aus der Konserve auch die bisweilen kuriosen Übergänge. So erlebte man im gesprochenen Dialog eben noch Espen Nowacki als Kaiser Franz-Joseph I., um ihn dann als Sänger in Udo Jürgens‘ „Ich war noch niemals in New York“ weiter zu erleben, übrigens mit viel Verve und mitreißend vorgetragen – wie danach auch „Mit 66 Jahren“ im Duett mit Tombor.

Espen Nowackis Gruppe schlägt einen Bogen von den Blues Brothers bis hin zu „We Will Rock You“

Die instrumental etwas zu sehr aufgepeppte Version sang das Publikum dann wieder mit Begeisterung mit, um nach dem ABBA-Zwischenspiel plötzlich mit Richard O‘Brieans „Rocky Horror Show“ konfrontiert zu werden. Nowackis „Sweet Transvestite“ hätte mehr Verführungsgier und ein entsprechendes Kostüm vertragen können. Das machte dann aber der „Time Warp“ zum Mittanzen fürs Publikum wett.

Nach dem „Cats“-Zwischenspiel ging‘s mit „We Will Rock You“ mit Hits von „Queen“ ins Finale. Da wurde natürlich „We Are The Champions“ eifrig mitgesungen. Leider wurde das mit einer etwas lieblos arrangierten Zugabe mit der Musicalgeschichte von „Cabaret“ über „My Fair Lady“ bis zu „Hair“ belohnt.