„Lieder auf Leben und Tod“ war der Titel des Konzerts mit Bettina Pinkert und Sebastian Grohs. Die Sängerin war Liedermacherin in der DDR, die wegen ihrer kritisch-politischen Texte immer weniger Auftrittsmöglichkeiten bekam und schließlich beruflich andere Wege gehen musste. Seit 25 Jahren arbeitet sie im Theater in Heilbronn. Und auch Sebastian Grohs kam schon öfter mit dem Theater in Kontakt. Er komponierte die Bühnenmusik für verschiedene Stücke und spielte als Bassist in der Dresdner Band „Dekadance“. Mittlerweile arbeitet der Heilbronner als Klassen- und Musiklehrer an der Waldorfschule Crailsheim.

2013 beschlossen Pinkert und Grohs, wieder Musik zu machen und gründeten ihre Band „Hora Fani“. Sie fühlen sich der Folklore der Völker verbunden und wollen mit ihrer Musik den Zusammenhang aller Völker ins Bewusstsein rufen. Ihre Lieder sind größtenteils eigens komponierte, deutschsprachige Chansons – ein Genre, das im französischen Kulturkreis verwurzelt ist.

Mit ihrem neuen Programm „Lieder auf Leben und Tod“ wollen die Musiker in ihren Liedern die Todesproblematik ansprechen. „Der Tod wird in unserer heutigen Gesellschaft viel zu sehr verdrängt und wenn, dann nur als etwas Unheimliches bezeichnet“, sagt der Gitarrist und Sänger der Band, Sebastian Grohs.

Das kalte Messer auf der Brust?

Dabei möchte die lose Vereinigung von Musikern aus Heilbronn, Ludwigsburg, Stuttgart, Leipzig und Dresden mit ihrem Programm dem Publikum keine Weltanschauung vermitteln, sondern den Tod und das Leben aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. „Für den einen ist der Tod vielleicht das kalte Messer auf der Brust, für den anderen bedeutet er die Erlösung oder ein Ankommen“, erklärt Sebastian Grohs.

Zusammen mit Sängerkollegin Bettina Pinkert aus Heilbronn und Akkordeonist Mirko Schmid spielte Grohs am Sonntag zum ersten Mal das in den letzten Monaten entstandene Programm vor mehreren Zuschauern im Eurythmiesaal der Freien Waldorfschule in Crailsheim.