Feuchtwangen "Kunstklang" in Feuchtwangen: Gefühlvoller Liederabend rund um die Liebe

Lieder rund um die Liebe sangen die Sopranistin Christiane Karg und die Mezzosopranistin Ann Murray im Fränkischen Museum in Feuchtwangen.
Lieder rund um die Liebe sangen die Sopranistin Christiane Karg und die Mezzosopranistin Ann Murray im Fränkischen Museum in Feuchtwangen. © Foto: Ralf Snurawa
Feuchtwangen / RALF SNURAWA 17.02.2016
Stimmliches Schwärmen und Nuancieren bestimmte den Liederabend der aus Feuchtwangen stammenden Sopranistin Christiane Karg und der irischen Mezzosopranistin Ann Murray. Die beiden Sängerinnen wurden geradezu gefeiert.

Mit "Liebe schwärmt auf allen Wegen" hatten die Sängerinnen ihr Konzert am Sonntagabend überschrieben. Und sie verstanden es im Verlauf des Liederabends im Fränkischen Museum, jeden Zweifel aus dem Weg zu räumen, der zu Beginn noch bestanden haben dürfte: Wird die 31 Jahre ältere Ann Murray mit der Stimme der 35-jährigen Christiane Karg in den Mendelssohn-, Schumann-, Brahms- und Rossini-Duetten mithalten?

Sie konnte es mühelos, ja, fügte durch ihren nuancierten Vortrag so manche vertiefende Wendung den Liedwiedergaben hinzu. Das unterstrichen die solistisch vorgetragenen Klavierlieder. Gioachino Rossinis "L'invito" wurde zum Moment sich fast verzehrender Hingabe. Feinsinnig wusste die Mezzosopranistin zuvor Brahms-Lieder auszugestalten. Im heiteren Reigenton und gewitzt war das "Ständchen" zu hören. Sehr zart und vorsichtig ging Ann Murray "Dein blaues Auge" an und ließ den Liebesschmerz zu "Und wie ein See so kühl" hervorbrechen. Beschwingtes Tänzeln und angesichts des Altersunterschiedes mit Ironie boten die Sängerinnen dann im Anschluss "Die Schwestern" und überschäumend "Die Boten der Liebe". Damit schlossen sie den Bogen zum Beginn des Konzerts wie auch zum Beginn des zweiten Teils.

Da hatten sie sich Johannes Brahms' "Der Weg der Liebe I und II" angenommen: einmal energiegeladen und mit Zuversicht im Ausdruck, das andere Mal nicht minder spannungsreich, aber unter der Oberfläche. Sanft wogend, auch in der hervorragend klaren Klavierbegleitung Martineaus, erklang danach "Die Meere".

Wie gut die Sängerinnen miteinander harmonierten, bewiesen sie schon mit dem ersten Lied des Abends, Felix Mendelssohns "Ich wollt', meine Lieb' ergösse sich", das aufbrechend schwärmerisch tönte. Sehnsüchtige Klänge und schöne Schattierungen folgten mit "Abschiedslied der Zugvögel". Christiane Karg war solistisch mit Gesängen von Clara und Robert Schumann aus dem Liederzyklus "Liebesfrühling" zu hören: Aufgepeitscht wirkte "Sturm und Regen". Innig sang Karg "Liebst du um Schönheit". Einfühlsam von Martineau begleitet stellte sie das "Ich liebe dich" in "Warum willst du and're fragen" heraus.

Die drei Sologesänge wurden von Duetten Robert Schumanns eingerahmt. Die dunkle, weiche Klangfärbung von "Wenn ich ein Vöglein wär'" wusste das Gesangsduo dabei ebenso herauszustellen wie den tänzerischen Charakter von "Erste Begegnung" und "Botschaft".

Eine musikalische Delikatesse wurden am Ende noch die Rossini-Lieder. Zu "La Pesca" konnte man geradezu in der süffigen Melodie ertrinken. Verzierungen wurden zum Genuss, wie auch zu Kargs Solo mit "La Promessa". Espritvoll und mit Witz wurde das Konzert mit "Voga, o Tonio" beschlossen.

Als Zugabe für den begeisterten Applaus und die Brava-Rufe bot das Duo ein szenisch dargebotenes Katzenduett Rossinis: Ausgangspunkt war eine leere Geschenkschachtel und eine fehlende Rose für Ann Murray, die beides miauend bei Christiane Karg einklagte. Als zarter Schlussgesang folgte "Abends will ich schlafen geh'n" aus Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel".

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