Crailsheim Nahost-Konflikt: „Ich werde nicht hassen“

Crailsheim / Julia Vogelmann 30.08.2018
In Crailsheim beschäftigen sich bald gleich drei Veranstaltungen mit dem Konflikt zwischen Israel und Palästina. Ein Vortrag, ein Monologstück und ein Gottesdienst beleuchten das Thema.

Am zweiten Wochenende im September ist Crailsheim Gastgeber des Fördervereins Betlehem, der sich an drei Tagen dort trifft. Zu Gast sein wird auch der Bischof von Greifswald, Dr. Hans-Jürgen Abromeit. Unter dem Titel „Wem gehört das Heilige Land? Bibel und Politik zur Friedensfrage in Israel und Palästina“ bieten der Evangelische Kirchenbezirk Crailsheim, die Johanneskirchengemeinde und die Familienbildungsstätte am Freitag einen Vortragsabend mit dem Vorsitzenden des Jerusalem-Vereins an.

Beleuchtet werden sollen bei diesem Vortrag die historischen und politischen Hintergründe des mittlerweile 60 Jahre andauernden Konfliktes, bei dem es um Grenzen des Staates Israel, um jüdische Siedlungen auf palästinensischem Gebiet, den Status von rund sieben Millionen Palästinensern und um die Frage geht, wessen Hauptstadt Jerusalem ist. Kern ist der Israel-Palästina Konflikt, in dessen Schatten terroristische Anschläge und militärische Gegenschläge allein in den ersten 50 Jahren rund 14.500 Menschenleben gefordert haben.

„Mich interessiert besonders die Frage, welche Rolle die drei Religionen Islam, Judentum und Christentum in der Region spielen. Fördern sie den Frieden oder verhindern sie ihn eher?“, sagt Hans-Jürgen Abromeit.

Am Samstag laden die Veranstalter ins Johannesgemeindehaus ein. Gezeigt wird dort das Stück „Ich werde nicht hassen“ von Izzeldin Abuelaish in einer Monologfassung von Silvia Armbruster und Ernst Konarek. „Ich wurde auf das Stück aufmerksam, weil es für den Heidelberger Theaterpreis nominiert war. Das Stück passte sehr gut zum Kulturprogramm, das wir zum Treffen des Fördervereins Betlehem bieten wollten“, sagt Dekanin Friederike Wagner.

Schauspieler Mohammad-Ali Behboudi erzählt darin die Geschichte des palästinensischen Gynäkologen und Fruchtbarkeitsexperten Dr. Abuelaish. Beispielhaft werden der Alltag in Gaza, das Warten an israelischen Kontrollpunkten und ein Familienleben zwischen Hoffnung und Verzweiflung dargestellt. „Er hätte allen Grund, Israel zu hassen, stattdessen kämpft er weiter für die Verständigung und Versöhnung mit Israel“, heißt es in der Beschreibung des Stückes.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe macht ein Gottesdienst mit Dekanin Friederike Wagner und Pfarrer Mitri Raheb aus Betlehem. Raheb ist Gründer des Internationalen Begegnungszentrums in Bethlehem sowie der Dar-al-Kalima-Schule und Pastor an der Weihnachtskirche in Bethlehem, die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land gehört. Raheb ist für seinen Einsatz für das friedliche Zusammenleben von Juden und Palästinensern mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden. „Die Arbeit von Dr. Mitri Raheb steht für mich dafür, dass nicht die Kultur der Macht, sondern die Macht der Kultur die Region bestimmt, in der das Christentum seinen Ausgang nahm“, sagt Dekanin Wagner.

Drei Veranstaltungen auf einen Blick

Vortrag „Wem gehört das Heilige Land?“, Freitag, 7. September, um 19.30 Uhr im Johannesgemeindehaus Crailsheim. Der Eintritt ist frei.

Monologstück „Ich werde nicht hassen“, Samstag, 8. September, um 20 Uhr im Johannesgemeindehaus. Karten gibt es bei der Evangelischen Familienbildung, Kirchplatz 3 oder in der Evangelischen Kirchenpflege, Kirchplatz 6.

Gottesdienst mit Mitri Raheb, Sonntag, 9. September, um 9.30 Uhr in der Johanneskirche mit anschließendem Stehkaffee und Begegnung. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

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