Genau 20 Jahre ist es nun her, dass Dirk Böttger zu einem Gastwirt in der Horaffenstadt wurde: Im Mai des Jahres 2000 – am 12., um genau zu sein – eröffnete er seine Kneipe „Horäffle“ am Schweinemarktplatz. „Ich wollte mich schon immer in der Gastronomie selbstständig machen, das ließ sich gut mit der Musik verbinden“, erzählt Böttger, der in der Anfangszeit dreigleisig fuhr: Am Tag arbeitete er bei Voith als Fremdsprachenkorrespondent, am Abend im „Horäffle“ und zwischendurch bei musikalischen Auftritten. Zum „Horäffle“ kam Böttger dabei „wie die Jungfrau zum Kind“: „Ich habe ganz kurzfristig erfahren, dass hier frei war, und mich ins Abenteuer gestürzt. Und es nie bereut, ich konnte mich hier komplett verwirklichen.“

Mit viel Innovationskraft baute der „singende Wirt“ sein Lokal zu einer beliebten Attraktion im Crailsheimer Nachtleben aus. Besonders die Veranstaltungen – ob zu Halloween, Weihnachten, zum Altweiberfasching, das brasilianische Grillen oder die Volksfestparty am Schlossplatz – sind ein Markenzeichen von Böttger. „Ich dekoriere sehr gern, das verhilft gerade den Veranstaltungen zu einem tollen Ambiente“, sagt Böttger. Sein gut besuchter Auftritt zum Volksfest genießt mittlerweile Kultstatus, in den Außenanlagen arbeiten dann 16 Mitarbeiter für die Gäste. Sein Erfolgsrezept: „Sei freundlich und aufmerksam, mische gutes Personal mit tollen Gästen.“
Zum Jubiläum, das mitten in den Lockdown der Corona-Krise fiel, verschickte Böttger zunächst Audionachrichten an seine Stammgäste. Und seine Gäste hängten ihre Glückwünsche außen an das geschlossene Lokal. „Eine Kneipe zu führen, ist eine sehr emotionale Sache“, sagt Böttger, den der Zuspruch seiner Kundschaft durch die Krise – auch über das Gutscheinportal „Crailschein“ – tief bewegt. Weitermachen will er, „solange die Gesundheit es zulässt“.
Apropos Gesundheit: Da er aufgrund der Krise noch nicht öffnen darf und große Feste sowieso untersagt sind, will Böttger das Jubiläum nachfeiern. Zum 15-Jährigen hatte er bereits eine große Sause auf dem Marktplatz veranstaltet. Das 20-Jährige soll dies noch übertreffen. „Sobald es die Situation wieder zulässt, machen wir eine ,Hello again‘-Party. Ohne Mundschutz und Abstand.“