Nachruf Nachruf: „Herbert Reinöhl war wie ein Hauptgewinn im Lotto für uns“

Wurde auch als „Ehrenamtlicher des Jahres“ geehrt: Herbert Reinöhl.
Wurde auch als „Ehrenamtlicher des Jahres“ geehrt: Herbert Reinöhl. © Foto: Archiv/ Kurzer
Satteldorf / Ralf Mangold 22.11.2016
In Worte kann es Klaus-Jürgen Mümmler gar nicht so recht fassen, was der plötzlich aus dem Leben gerissene Herbert Reinöhl für ihn bedeutet hat.

Der vielfach geehrte und ausgezeichnete ehemalige stellvertretende Vorsitzende des TSV Crailsheim, der in Satteldorf gelebt hat, ist im Alter von 77 Jahren nach einer Operation gestorben. Reinöhl war Sportler durch und durch – er war ein Judoka und er hat Fußball und Tennis gespielt.

„Er war Wegbegleiter und Mentor für mich, den ich immer um Rat fragen konnte“, umschreibt TSV-Vorsitzender Mümmler die Bedeutung seines langjährigen Wegbegleiters. „Ich kenne ihn vom Judo, seit ich als kleiner Bub mit zehn Jahren in die Abteilung eingetreten bin“, erzählt er.

Über vier Jahrzehnte, davon 14 Jahre lang im Vorstand, war Reinöhl Mitglied beim TSV Crailsheim. Er gehörte 1974 zu den Gründungsvätern der Judo-Abteilung, die er dann zwanzig Jahre lang geführt hat. Viele Ehrungen hat er für sein ehrenamtliches Engagement erhalten, unter anderem die WLSB-Ehrennadel in Gold. 2009 wurde er als „Ehrenamtlicher des Jahres“ vom Stadtverband für Sport ausgezeichnet. In diesem Dachverband hat er sich viele Jahre lang in der Arbeitsgemeinschaft Pamiers engagiert und diese bis 2009 geleitet.

„Herbert Reinöhl hat den TSV Crailsheim und den Stadtverband geprägt. Er war wie ein Hauptgewinn im Lotto für uns“, würdigt ihn Mümmler. „Zu Beginn war Reinöhl sozusagen Alleinunterhalter“, erzählt Stadtverbandsvorsitzender Klaus-Dieter Gebhardt von den schwierigen Anfängen des Jugendaustausches mit der französischen Partnerstadt Pamiers. Und ergänzt: „Später sind dann bis zu drei Busse nach Frankreich gefahren.“ Reinöhl liebte Frankreich und er war bei den Reisen nach Pamiers immer dabei. Er konnte perfekt Französisch sprechen und die Lebensart der Franzosen gefiel ihm. Vor allem aber brachte ihn nie etwas aus der Ruhe. Improvisiert werden musste immer wieder und in solchen Situationen war Reinöhl in seinem Element. Durch seine ruhige und ausgleichende Art konnte er auch schnell Probleme lösen und so Wogen glätten.

Durch den Sportleraustausch zwischen Crailsheim und Pamiers hielt Reinöhl Kontakt zur Jugend und der hielt ihn bis ins Alter jung. Dabei war er immer offen für neue Ideen und zudem politisch interessiert. „Wir hatten viele tolle Erlebnisse zusammen“, erinnert sich Gebhardt und vermisst einen guten Freund schon jetzt. Ralf Mangold

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