Fürstliche Gartentage „Gartenkultur ist in Langenburg erlebbar“

Langenburg / Birgit Trinkle 01.09.2018
Minister Guido Wolf kommt zur verregneten Eröffnung nach Langenburg. Im 15. Jahr geht der Blick zurück.

Valesca Pinsel zeigt ihre Blütenkinder, die einfach zum Verlieben sind. Die Augen gehen über angesichts der Farne, der Teichpflanzen, der Neuzüchtungen für Steingärten. An einem Stand werden die Viermonatsblaubeere, Mädchenauge und Steppensalbei bewundert, schräg gegenüber steht die passionierte Hobbygärtnerin Veronika Töppel, die sich schwertut, aus all den Rosen-­Schönheiten die Schönste auszusuchen.

Neuerung „Teetürmchen“

Alexandra Grünewald und ihr Hund Lui empfangen gleichermaßen freundlich bei den Holzmöbeln, Ausstellerin Sabine Heinsch setzt auf Schokolade, Annette Haas-Hirsch aus Reutlingen war bereits bei den ersten Gartentagen vor 14 Jahren dabei. Und das ist nur ein ganz kleiner Teil der 180 Anbieter: Nie waren es so viele; erstmals wird sogar der Platz am mittelalterlichen Gartentürmchen mitgenutzt – hier bewirtetet die marokkanische Teestube.

Logistik in Langenburg

Es gibt so viel zu sehen. Und zu kaufen. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, sich größere Beutestücke frei Haus liefern zu lassen, andere deponieren ihre Einkäufe am Eingang oder nutzen den Shuttlebus mehrfach, um alles ans Auto bringen zu können. Drei Freundinnen aus Unterfranken, die jedes Jahr hier sind, haben Trolleys dabei; am Ende des Tages fährt dann eine direkt ans Tor. Und so ein Blütenkind hat natürlich in jeder Handtasche Platz.

Tina Österreich vermarktet besondere Unterkünfte in Hohenlohe-Franken, Beate Philipp steht für den Tourismus in der Region, der sich keine bessere Werbeplattform wünschen könnte, beide sprechen von einer sehr guten Entwicklung. Baden-Württembergs Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf, der gestern Ehrengast war und Öhringen für den „Garten des Jahres“ im Gartennetzwerk Hohenlohe-Franken auszeichnete (das HT wird berichten), bestätigte die Fachfrauen in ihrem Optimismus: „Die Gartenkultur ist gewachsen und in Langenburg erlebbar“. Mit gutem Grund fänden immer mehr Touristen den Weg nach Hohenlohe. Bürgermeister Wolfgang Class und Landrat Gerhard Bauer würdigten die Bedeutung der Gartentage für Stadt und Kreis.

Die Anfänge im Jahr 2004

Martin Lohde, der Veranstalter, erinnert sich, wie er vor 14 Jahren die Landkarte ansah und dachte, nie im Leben lasse sich so weit draußen eine große Messe etablieren. „Aber wenn ein Fürst anruft, sagt man nicht am Telefon Nein. Ich bin also hingefahren, um höflich abzusagen.“ Er kam, sah und war begeistert. Mittlerweile im 15. Jahr wird nun eben im gesamten Dreieck Würzburg, Nürnberg und Stuttgart geworben und immer wieder neu unter Beweis gestellt, dass Besucher auch größere Strecken in Kauf nehmen, wenn das Angebot stimmt.

Die Gastgeberin, Dr. Saskia Fürstin zu Hohenlohe-Langenburg, sagt, sie verbringe selbst Stunden an den Ständen und finde immer wieder etwas Neues: Auch für sie seien die Gartentage ein Highlight des Jahres. Die Liebe zum Garten habe sie von der Großmutter; ihre Familie hatte eine Baumschule, und Dinge wachsen zu sehen und sich daran zu freuen, war von klein an eine wichtige Erfahrung für die promovierte Betriebswirtin aus dem Großraum München, die jetzt in Hohenlohe daheim ist. In Langenburg  lässt sich diese Freude ja auch nach allen Regeln der Kunst zelebrieren. Der Barockgarten, Aushängeschild des Schlosses, wurde von ihrem Schwiegervater nach dem Brand 1963 auf der Grundlage alter Pläne neu angelegt, und bis heute lebt der Erfolg der Gartentage nicht zuletzt von der über Jahrhunderte kultivierten Freude an Gärten. Ein Bewusstsein dafür wollen die Hohenlohes an ihre Kinder weitergeben  – Max (13), Gustav (11) und Nesthäkchen Marita (7), die während der Gartentage kleinere Dienste übernehmen, zum Beispiel bei Aufbau und Programm ein bisschen mithelfen. Es soll ja weitergehen mit Garten und Gartentagen auf Langenburg.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel