Städtepartnerschaft „Etwas sehr Lebendiges“

Gruppenbild mit Partnerschaftsherz: Bei dem Fest, bei dem die 130 Freunde aus Worthington 2017 verabschiedet wurden, waren auch viele ehemalige Austauschschüler dabei.
Gruppenbild mit Partnerschaftsherz: Bei dem Fest, bei dem die 130 Freunde aus Worthington 2017 verabschiedet wurden, waren auch viele ehemalige Austauschschüler dabei. © Foto: Stadt
Ute Schäfer 20.01.2018

Wie lebendig die Partnerschaften sind, die die Stadt Crailsheim in die ganze Welt unterhält, zeigt sich vielleicht am besten in einem Jahr, in dem es keine Jubiläen zu feiern gibt. 2018 ist ein solches.

Heuer wird alles so laufen wie gewohnt. Ohne außergewöhnliche Anlässe, zu denen sonst schon mal die Stadtkapelle oder eine andere vielköpfige Gruppe in die Partnerstadt entsandt wird. Und doch werden es heuer wieder rund 100 Schüler sein, die aus verschiedenen Crailsheimer Schulen ins französische Pamiers reisen – eine stolze Zahl ist das. Und es soll auch wieder einen Sportaustausch geben, teilt ­Constanze Lauer mit, die sich in der Stadtverwaltung um die Partnerschaften kümmert.

Dass zum Beispiel mit Pamiers nur das reguläre Austauschprogramm läuft, hat einen Grund: Alle Pamiers-Aktivitäten sind schon jetzt auf das kommende Jahr ausgerichtet, in dem das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert werden soll. Mit Broschüre, Ausstellung und Festakt natürlich. Und regen Besuchsreisen hin und her.

Ähnliches gilt auch für die Beziehungen zum amerikanischen Worthington. Doch in diesem Fall liegt das Jubiläum bereits hinter uns: 70 Jahre Partnerschaft sind im vergangenen Jahr ausgiebig gefeiert worden. Jetzt müssen alle Beteiligten erst einmal wieder Luft holen. Allerdings: Drei Ehepaare aus Worthington hatten sich im vergangenen Jahr in Crailsheim angekündigt, konnten dann aber nicht kommen. „Sie kommen in diesem Jahr zum Volksfest“, weiß die Vorsitzende des Worthington-Komitees, Carola Schnabl.

Auch nach Jurbarkas in Litauen reisten im vergangenen Jahr gleich mehrere Gruppen hin und her, sodass heuer etwas Ruhe herrschen wird – auch wenn mit einer Delegation und einer Kulturgruppe zum Volksfest gerechnet wird. „Sonst würde dem Volksfest ja auch etwas fehlen“, zeigt sich Constanze Lauer überzeugt.

Doch eine Reise nach Jurbarkas werde es sicher geben, weiß Wolfgang Schmid, Vorsitzender des Jurbarkas-Komitees: Die Kirchengemeinde Onolzheim mit Pfarrerin Elke Maier besucht den Pfarrer von Jurbarkas, Mindaugas Kayris. Der Termin steht schon fest: Anfang Mai.

Auch die Treffen mit Bilgoraj, der Partnerstadt in Polen, sind geplant, teilt der Vorsitzende des Bilgoraj-Komitees Manfred Salinger mit. Am 6. Juni reist das Komitee zu einem Bürgerfest nach Bilgoraj. „In diesem Jahr können wir außerdem von einem Novum beim Gegenbesuch berichten“, so Salinger: „Um mehr Zeit für unsere Gäste zu haben und ihnen auch mal ein anderes Programm zu bieten, werden wir sie 2018 nicht zum Volksfest, sondern bereits zu unserem Kulturwochenende empfangen. Damit wollen wir unserer Partnerschaft und unseren Begegnungen eine neue Richtung und Qualität geben.“

Dies bestätigt auch Constanze Lauer von der Stadt: „Wir wollen damit beginnen, die Delegationen unserer Partnerstädte alternierend zum Volksfest und zum Kulturwochenende zu empfangen.“ Doch was die Partnerschaften betrifft, sind diese Termine längst nicht alles, was das Jahr an Begegnungen bringen wird. Denn unabhängig davon gibt es eine ganze Reihe von Besuchen und Treffen. „Vieles bekommen wir in der Stadtverwaltung gar nicht mit, das läuft privat“, sagt Constanze Lauer und sagt: „Genau so sollen Partnerschaften ja auch funktionieren.“

Früher selber Austauschschüler

Und deshalb ist festzustellen: Auch wenn es in diesem Jahr keine besonderen Aktionen gibt, stehen die Verbindungen mit den Partnerstädten in Crailsheim doch auf sicheren Füßen und sind „etwas sehr Lebendiges“, so Constanze Lauer.

Dies ist der Stadt, aber vor allem auch den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken, die die Partnerschaften mit Leben füllen. Viele davon waren bereits als Jugendliche Austauschschüler – was sich zum Beispiel am Worthington-Komitee zeigt: Das besteht fast ausschließlich aus früheren Schülern, die in ihrer Jugend ein Jahr in Worthington gelebt haben. Gerade steht übrigens die Auswahl des neuen Austauschschülers an. Es geht also immer weiter.