Manchmal genügt schon einfache Kommunikation, um in einem fremden Land besser zurechtzukommen, erste Schritte Richtung Integration zu unternehmen und eine gewisse Selbstständigkeit aufrechtzuerhalten. Das Konzept „Einstieg Deutsch“ des VHS-Verbands, das ab 1. August auch an der hiesigen VHS angeboten wird, wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und bietet ein niederschwelliges kostenloses Lernangebot für Flüchtlinge.

Die Zielgruppe sind dabei in Deutschland registrierte Flüchtlinge aus Herkunftsländern mit guter Bleibeperspektive, derzeit Eritrea, Iran, Irak und Syrien, die aber noch nicht berechtigt sind, an Integrationskursen teilzunehmen. „Schwerpunkt ist nicht die Förderung umfassender Sprachkenntnisse, sondern im Zentrum stehen Sprachfähigkeit und Hörverständnis“, erklärt Martin Dilger, Leiter der Volkshochschule Crailsheim. Es geht also nicht darum, korrekte Grammatik oder Rechtschreibung zu vermitteln, sondern Flüchtlingen ohne Deutschkenntnisse erste Schritte in rudimentäre Kommunikation zu ermöglichen. Die Kurse sind ausgelegt auf tägliches Lernen in einer Gruppe von maximal 25 Teilnehmern, das gegliedert ist in Deutschunterricht, vertiefendes Lernen, also Nachhilfe, und Exkursionen. In 150 Unterrichtseinheiten, die sich über vier bis fünf Wochen erstrecken wird nach dem bundesweiten Unterrichtscurriculum und analog zu den Integrationskursen grundlegendes Deutsch vermittelt. Das Mindestalter für die Teilnahme ist 16 Jahre. „Die Erwachsenen lernen recht schnell“, weiß Kadri Petersen, VHS-Fachbereichsleiterin für Sprachen. Martin Dilger bestätigt: „Die Sprachkenntnisse in der Muttersprache sind komplett ausgeprägt, deshalb geht bei Erwachsenen ganz viel über die grundlegenden Regeln der Kommunikation. Das Grundgerüst aus der Muttersprache ist ja da.“

Das sogenannte Blended-Learning, also die Kombination unterschiedlicher Lernmethoden, zu denen übrigens auch das Lernen am PC oder per Handy-App gehört, dient nicht nur dazu, möglichst schnell Erfolge zu erzielen, sondern ermöglicht den Teilnehmern auch ganz individuelles Lernen in einem eigenen Tempo. Die Exkursionen tragen außerdem dazu bei, sich auch im fremden Alltag besser zurechtzufinden. Besucht werden deshalb zum Beispiel das Rathaus oder die Post, aber auch das Kino oder die Stadtbücherei. Auch Verkehrsschulung und Einführung in die Nutzung des Fahrkartenautomats am Bahnhof gehören dazu. Übersetzer begleiten die Exkursionen, um die Möglichkeit zu haben, Fragen zu beantworten und Missverständnissen vorzubeugen.

Kadri Petersen erläutert außerdem: „Es geht auch darum, einfach die Stadt, in der sie angekommen sind, ein bisschen besser kennenzulernen“, erläutert sie. Der Kurs im August ist der Anfang, und wenn die Nachfrage es erlaubt, werden mehr Kurse sicher folgen, denn Martin Dilger betont: „Der Idealfall wäre, alle, die hier ankommen, in solch einen Kurs zu bringen.“

Info Die Anmeldungen für den Kurs laufen bereits, es sind aber noch ein paar Plätze frei.