Dinkelsbühl Summer Breeze 2018: „Einfach ein geiles Gefühl“

Dinkelsbühl / Luca Schmidt 18.08.2018
Die 21. Auflage des Metal-Festivals Summer Breeze bei Dinkelsbühl geht dem Ende entgegen, am Samstag treten die letzten Bands auf. Dabei ist nicht nur auf der Bühne einiges geboten.

Einmal im Jahr wird im beschaulichen Sinbronn bei Dinkelsbühl eine Wiese zum Battlefield, also zum „Schlachtfeld“, die Altstadt wird von Menschen in schwarzer Kleidung überrannt, und die Blaskapelle Illenschwang spielt vor bis zu 45.000 Zuschauern: beim Metal-Festival Summer Breeze. Dort treten rund 140 Bands an vier Tagen auf vier Bühnen auf. Am Samstag ist der letzte Tag der 21. Auflage des Festivals, auf der Hauptbühne spielen unter anderem Papa Roach und W.A.S.P.

Fester Programmpunkt ist für einige Festival-Besucher die Heavy-Metal-Wassergymnastik im Dinkelsbühler Hallenbad. Das ist so beliebt, dass sich vor seinem Eingang eine lange Schlange bildet. „Wir haben nur Platz für 180 bis 190 Badegäste – dann sind alle Spinde belegt, und der Computer lässt niemand mehr rein“, sagt der Dinkelsbühler Bäderbetriebsleiter Heiko Hercher.

Conny Grode leitet die Gymnastik und wird unterstützt von ihrer Freundin Steffie Scheffelmann. „Ich mache den Job schon seit 18 Jahren“, sagt Grode. Sie weiß genau, wie sie die Menschen im Becken dirigieren kann. „Wenn wir vorne etwas ausziehen, gibt es Stimmung, wenn wir wieder etwas anziehen wird es ruhiger“, sagt sie mit einem Lachen.

Und dann geht es los: Die beiden Freundinnen gehen nach draußen, und laute Metal-Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Die Musik hat Groder selbst zusammengestellt, denn „sie ist der Musik nicht abgeneigt“, sagt Hercher. Egal, was die beiden vorne vormachen – die Menge macht es nach. Dabei sind die Übungen natürlich auf die Besucher zugeschnitten: Arme in die Luft recken und Headbangen sind fester Bestandteil des Programms.

Man kennt sich

Natürlich machen Bands ein Festival aus – aber nicht nur. „Es ist einfach ein geiles Gefühl“, sagt Markus Brose, während er mit seinen Freunden auf dem Campingplatz auf die Bands wartet, die er sehen möchte. Die Gruppe besteht aus 14 Leuten, die sich 2014 beim größten deutschen Metal-Festival in Wacken kennengelernt haben – sie kommen aus Ravensburg und Österreich, aber auch aus Wettringen und Rot am See. „Und so ziehen wir jetzt durch die Lande“, sagt Brose. Dabei sei er nur wegen seiner Frau, der „Trash-Metal-Queen“, mit von der Partie.

Was er neben der Stimmung am Festival besonders schätzt? „Trotz der Größe kennt man sich hier und trifft sich alljährlich“, sagt er. So steht er beispielsweise meist links vor der Bühne – und treffe dort jedes Jahr auf viele bekannte Gesichter.

Ebenfalls mit einem Stand auf dem Campingplatz vertreten ist der Verein Pro Altstadt Dinkelsbühl. Hier wird gekegelt; aber nicht auf einer normalen Kegelbahn, sondern stilecht auf altem Holz. „Früher hatten alle Bierkeller eine Kegelbahn“, sagt Hardy Schmidt vom Verein. „Das wollten wir nachbauen.“ Die Balken stammen aus einem alten Dachstuhl, die Dielen aus einem alten Bauernhaus. „Kegel und Kugeln haben wir aus dem Ruhrgebiet“, sagt Schmidt. Jeder Besucher kann gegen eine kleine Spende werfen und Gummibärchen gewinnen.

Das Festival Summer Breeze wurde bis zum Jahr 2005 in Abtsgmünd bei Aalen veranstaltet. 2006 folgte der Umzug nach Dinkelsbühl auf den Flugplatz des Aeroclubs – dort findet es immer noch statt.

Eine der vielen Neuerungen: ein Summer-Breeze-Trinkhorn. Damit können die Besucher am Samstag um 13.35 Uhr vor der Sitzplatztribüne auf dem „Battlefield“ Teil eines Weltrekord-Versuches werden: dem größten Festival-Skol – also gegenseitigem Zuprosten – aller Zeiten.

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