Mit Gelegenheitsjobs hatte sich eine allein­erziehende Mutter aus Crailsheim jahrelang mehr schlecht als recht über Wasser gehalten. Die Ausbildung hatte sie abgebrochen. Das achtjährige Kind nahm die junge Frau ordentlich in Beschlag, sie war auf sich allein gestellt – und fühlte sich oft überfordert. Über das Jobcenter kam sie zum Projekt Coaching und Integration von Langzeitarbeitslosen und Allein­erziehenden (Cila) des Kolping-Bildungswerks in Crailsheim.

„Es wurde höchste Zeit, auf die eigenen Bedürfnisse der jungen Frau zu schauen und ihr Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen“, erzählt Sozialpädagogin Herta Sonnberger, die das Projekt Cila betreut und sich um alleinerziehende Frauen wie die junge Crailsheimerin kümmert. In Gruppen- und Einzelgesprächen stärkt sie die sozialen und persönlichen Kompetenzen der Teilnehmerinnen und zeigt ihnen Wege auf, wie sie sich weiterentwickeln können.

Ein Schwerpunkt ist der berufliche Wiedereinstieg. In den Werkstätten des Kolping-Bildungswerks und in Praktika können die Langzeitarbeitslosen verschiedene Berufsfelder ausprobieren und eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten erkennen. So erhöhen sich Beschäftigungsfähigkeit und Vermittlungschancen.

Mehrere Erfolgsgeschichten

Das Leben der Alleinerziehenden aus Crailsheim hat sich durch Cila verändert. Sie hat sich auf eine Stelle in der Hauswirtschaft beworben und den Job bekommen. „Die Arbeit macht ihr großen Spaß und gehört jetzt zu ihrem Lebensinhalt“, berichtet Sonnberger. „Sie ist nicht mehr auf Hartz IV angewiesen und hat Selbstbewusstsein gewonnen.“

Für die Sozialpädagogin sind Geschichten wie diese der schönste Erfolg von Cila. Es gab mehrere solcher Erfolgsgeschichten im Lauf des vierjährigen Projektzeitraums. In den Jahren 2015 bis 2016 haben drei Teilnehmerinnen während oder nach der Maßnahme eine Arbeit aufgenommen, vier eine Ausbildung und eine eine geringfügige Arbeit. In den Jahren 2017 und 2018 fanden fünf Personen eine Arbeitsstelle und drei eine geringfügige Arbeit. Einige Teilnehmerinnen absolvierten außerdem Praktika und Probearbeitstage.

„Für jede Frau, die eine Arbeit oder Ausbildungsstelle gefunden hat, hat sich das Projekt gelohnt“, zieht Kerstin Westerfeld, Standortleiterin des Kolping-Bildungszentrums Schwäbisch Hall und Crailsheim, Bilanz. „Alleinerziehende sind eine Randgruppe, für die es sich zu kämpfen lohnt.“ Westerfeld bedauert es, dass die Projektförderung zum Jahresende ausläuft und die Arbeit in dieser Form nicht fortgesetzt werden könne. Sie hoffe, dass eine neue Finanzierungsmöglichkeit gefunden werde. „Der Ansatz lohnt sich, das Know-how ist da und die Netzwerke bestehen ebenfalls. Es wäre schade, wenn das nun im Boden versickert.“

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Bessere Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung


CILA ist ein Projekt des Kolping-Bildungswerks Württemberg im Auftrag des Landkreises Schwäbisch Hall zur Verbesserung der Vermittlungschancen von jungen erwachsenen Langzeitarbeitslosen und von Alleinerziehenden. Unterstützt wird das Angebot durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg und durch Mittel des europäischen Sozialfonds.

Insgesamt 32 Frauen haben seit dem Projektstart im Jahr 2015 teilgenommen.