Gastronomie „Ein eigener Mikrokosmos“

David Bass (links) an seiner alten Schule mit seinem ehemaligen Lehrer, Waldemar Pazurek. Beiden gefällt der Beruf, weil Kochen Spaß macht und man kreativ sein kann.
David Bass (links) an seiner alten Schule mit seinem ehemaligen Lehrer, Waldemar Pazurek. Beiden gefällt der Beruf, weil Kochen Spaß macht und man kreativ sein kann. © Foto: Luca Schmidt
Crailsheim / Luca Schmidt 15.09.2018
Der Koch David Bass hat in Crailsheim seinen Schulabschluss gemacht und seine Lehre hier begonnen. Nun arbeitet er für die Luxushotelgruppe Kempinski auf der arabischen Halbinsel.

Die Welt bereisen, unterschiedliche Länder kennenlernen und gleichzeitig arbeiten? Das geht, und zwar nicht nur als Reise-Blogger. Köche arbeiten nach ihrer Ausbildung meist in unterschiedlichen Hotels, um Berufserfahrung zu sammeln. David Bass aus Crailsheim ist aktuell in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Luxushotels tätig.

Zum Beruf Koch gekommen ist der 24-Jährige genau deshalb: Er hatte Lust auf Reisen. „Die beste Lösung dafür schien mir zu sein, Koch zu werden.“ Allerdings müsse man den Beruf auch mögen, „sonst ergibt das keinen Sinn. Anfangs ist es hart, auf Dinge zu verzichten. Wenn die Freunde ins Freibad gehen oder abends zum Feiern, muss man meist arbeiten“. Mit der Zeit mache es einem aber weniger aus, „das gehört halt zum Beruf. Die Gastronomie ist ein Mikrokosmos für sich, eine eigene Welt“.

Das zeigt sich auch beim Urlaub. „Beim letzten Mal war ich mit Freunden in Thailand.“ Dort gibt es in bestimmten Hotels Rabatt. Ob er das Essen in anderen Restaurants als Koch nun mit anderen Augen sieht als früher? „Ja, man isst nicht nur einfach wie früher, sondern schaut: Wie machen die das?“

Seine Ausbildung begonnen hat er im Hotel Post-Faber in Crailsheim, danach ging es nach Neustädtlein zum Vital-Hotel Meiser und anschließend nach München. Er landete bei der Luxushotelgruppe Kempinski, die weltweit 75 Fünf-Sterne-Häuser in 30 Ländern betreibt. Dabei haben sich die „Arbeitszeiten und Bezahlung für Köche schon geändert“, sagt Bass – die Arbeitsumstände seien besser geworden.

In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, arbeitete David Bass im Fünf-Sterne-Hotel „Emirates Palace.“ „Das Hotel ist einen Kilometer lang und hat 14 Restaurants“, sagt Bass. Zur Stadt fallen ihm drei Worte ein: „Höher, größer, weiter.“

Mehr als 100 Köche

Gekocht werde im Hotel meist internationale Küche, so Bass. „Allerdings arbeiten dort deutlich mehr Menschen als in Deutschland: Es sind insgesamt mehr als 100 Köche, viele kommen aus Nepal und Indien.“ Die Küchenchefs seien in der Regel aber Mitteleuropäer. Einheimische würden hauptsächlich leicht essen: Falafel, Hummus und viel Brot. In der Küche muss er sich als Koch darauf einstellen. „Es gibt viele neue Gerichte, allerdings arbeite ich auch mit fünf Leuten zusammen. Ich frage dann bei ihnen noch mal nach, wie ein Gericht zubereitet wird“, sagt Bass.

Nun wechselt David Bass das Hotel wieder. „Innerhalb des Konzerns ist das deutlich leichter“, sagt er. Nach einer kurzen Verschnaufpause in Crailsheim geht es für ihn nach Dubai – also gerade einmal eineinhalb Stunden mit dem Auto von Abu Dhabi in nordöstlicher Richtung. „Dort eröffnet Kempinski das Emerald Palace. In den ersten Monaten geht es vor allem um die Erarbeitung eines Konzepts“, sagt Bass. Das Hotel befindet sich auf einer Insel, die aussieht wie eine Palme und den Namen Jumeirah trägt. Die Insel wurde künstlich aufgeschüttet und verlängert die Küste des Staats um rund 100 Kilometer.

Schöne Stunden schenken

Dabei ist es als Koch gar nicht unüblich, seine Arbeitsstelle alle ein bis zwei Jahre zu wechseln. „Man wechselt nach seiner Ausbildung oft die Hotels, um möglichst viel Erfahrung mitzunehmen“, sagt Waldemar Pazurek, David Bass’ ehemaliger Lehrer an der Eugen-Grimminger-Schule in Crailsheim. Mit guten Zeugnissen sei das kein Problem. Pazurek sei damals unter anderem Koch geworden, „weil man den Menschen mit Essen einige schöne Stunden schenken kann. Das Feedback gibt es sofort.“

Kochen lernen leicht gemacht

Wer ebenfalls Koch werden möchte, kann, wie David Bass, die zweijährige Berufsfachschule mit Profil Ernährung und Gastronomie an der Eugen-Grimminger-Schule in Crailsheim besuchen.

Ziel des Profils ist laut Schule „eine Grundbildung im Bereich Ernährung, Service und Gastronomie“ sowie „eine praxisnahe Einführung in gastronomische Bereiche.“

Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss oder ein Abschlusszeugnis des Berufseinstiegsjahres.

Mehr Informationen gibt es online auf der Homepage der Schule unter www.eugen-grimminger-schule.de. luc

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