Langenburg Gartentage: „draußen daheim“ will gelernt sein

Die 15. „Messe für den Garten und das stilvolle Wohnen auf Schloss Langenburg“ steht an.
Die 15. „Messe für den Garten und das stilvolle Wohnen auf Schloss Langenburg“ steht an. © Foto: Birgit Trinkle
Langenburg / Birgit Trinkle 30.08.2018
Zum 15. Mal werden ab Freitag Tausende Gäste zu den Langenburger Gartentagen erwartet. 180 Aussteller bringen Pflanzen, Kunst, Mobiliar und Genüsse zum Thema Garten mit.

Das Land hat gelitten in diesem Sommer. Es bedarf keines deutschen Astronauten, der Weltraumfotos von braunen Landschaften zurück zur Erde schickt, um den Menschen die Folgen der Trockenheit bewusst zu machen. Da reicht jeden Morgen der Blick über Wiesen und Felder. Umso wertvoller sind die Blumeninseln, die heuer oft nur mit unermüdlicher Gießkannenschlepperei über die heißen Wochen gebracht wurden. Umso größer ist auch die Vorfreude auf die Gartentage in Langenburg. 180 Aussteller decken praktisch das gesamte Themenspektrum ab, und vor allem wird ganz viel Grün gezeigt, ganz viele Blüten, in Klassikern und Neuzüchtungen, wohltuend wie’s nur geht für müde, trockenheitsgeschädigte Augen.

Martin und Christine Lohde richten mehrere Gartentage aus, keine so spät im Jahr wie die  Langenburger. Eigentlich schon fast zu spät für eine Gartenmesse. Aber der Termin in Hohenlohe hat sich irgendwie etabliert und ist längst ein Selbstläufer. Offenbar finden viele Gartenliebhaber, dies sei genau der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas  blühen zu lassen und dem November eine lange Nase zu drehen. Die Astern fangen an zu blühen und können mit Ziergräsern ganz neu zur Geltung gebracht werden. Wer will, trägt außergewöhnliche Chrysanthemen heim oder Glockenheide, die den Winter überdauern wird. Andere kommen wegen immer neuer Spezialzüchtungen und nehmen Rosen, Pfingstrosen, Dahlien oder besondere Tulpensorten mit nach Hause, im Wissen, dass sie die Früchte ihrer Pflanzarbeit erst im nächsten Jahr ernten werden – wenn’s gut geht auch in den fünf, gar zehn Jahren, die folgen.

Die Fürstin erinnert sich

Gleich in ihrem ersten Jahr in Hohenlohe, erinnert sich Fürstin Saskia im Gespräch mit dem HT, haben die Eheleute zu Hohenlohe-Langenburg die Gartentage auf den Weg gebracht – damals in denkbar kurzer Zeit, aber eben in der Angst, jemand könnte ihnen zuvorkommen: Sie hatten bei Stefanie Gräfin Bruges von Pfuel die Gartenmesse auf Schloss Tüßlingen bewundert und die Lohdes als Veranstalter kennengelernt: „So etwas wollten wir auch aufbauen. Daraus ist jedes Jahr etwas Besonderes geworden, an dem auch unsere Familie viel Freude hat.“ Dass Besucher und Aussteller immer wiederkommen, ist für sie eine schöne Bestätigung.

Wer nicht wegen der Pflanzen kommt, interessiert sich für Gartenkunst oder Gartenmobiliar, dem heuer besondere Bedeutung zukommt: „Draußen daheim“ ist schließlich das alles umspannende Motto, und „draußen daheim“ will gelernt sein. Da werden Grillmarinaden hergestellt, und wer will, kann lernen, über offenem Feuer mit Früchten und Kräutern der Wildnis zu kochen oder Tröge mit Alpinen zu bepflanzen. Blumenschmuck fürs Gartenfest ist ebenso Thema wie Hühnerhaltung im eigenen Garten.

Nie waren es so viele

Die Gartentage waren und sind viel mehr als eine Schaubühne für 180 Aussteller – noch nie waren es so viele. Es gibt eine ausgewogene Kombination aus Vorträgen und Vorführungen, Mitmach­angeboten und Präsentationen, und nicht zuletzt geht es um Genuss. Eine Besonderheit hat wenig mit Garten und ganz viel mit der symbolträchtigen weißen Rose zu tun: Am Sonntag spricht Renate S. Deck um 11 Uhr im Vierjahreszeitensaal über die Verbindung von Hans und Sophie Scholl zu Hohenlohe  und zu Lisa Remppis, die viele Jahre in Langenburg lebte. Die weißen Rosen „Hans Scholl“ und „Sophie Scholl“ werden vom Züchter Heinrich Schultheis an seinem Stand mit der Nummer 46 angeboten.

Drei Tage Programm für rund 30 000 Gäste

Der Freitag beginnt um 10 Uhr, das eigentliche Programm um 11 Uhr; unter anderem steht um 15 Uhr eine Führung „Tee in unserem Gärtchen“ zum Rumänenhäusle an, die dann am Wochenende ebenfalls jeweils um 15 Uhr wiederholt wird.
Am Samstag und Sonntag ist um 9.30 Uhr Einlass; Am Samstag spielt die Combo Wahbohu und das Duo Tirando, am Sonntag ist mit Salonmusik ab 11 Uhr und dem Hohenloher Fahnenspiel ab 12.30 Uhr ebenfalls einiges an Unterhaltung geboten.
An allen drei Tagen wird am Leininger Turm ein Kinderprogramm organisiert.
Alle 15 Minuten verkehren zwischen Schloss und Parkplätzen kostenlose Pendelbusse.

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