Crailsheim / Christine Hofmann Im Stuttgarter Regierungspräsidium werden die Vorschläge zur Umgestaltung der Crailsheimer Schullandschaft positiv gesehen. Entscheiden muss aber der Schulträger.

Große Veränderungen stehen der Crailsheimer Schullandschaft bevor, wenn die Vorschläge der schulorganisatorischen Untersuchung, die kürzlich in einer Klausursitzung des Gemeinderats vorgestellt wurde, umgesetzt werden sollten. Wolf Krämer-Mandeau, Leiter des Büros Biregio in Bonn, hatte nach Betrachtung des Istzustands und der prognostizierten Entwicklung der Schülerzahlen dafür plädiert, die beiden Gemeinschaftsschulen und die beiden Realschulen an jeweils einem Campus zusammenzuführen (seine Ergebnisse stehen unter diesem Artikel als Download bereit).

Helmut Fischer, Leiter der Schulbauförderung im Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, hatte zu der Untersuchung geraten, als er den Förderantrag für die Generalsanierung und Erweiterung der Leonhard-Sachs-Schule (LSS) auf seinem Schreibtisch hatte. Da sei ihm klar geworden, dass eine Einzelbetrachtung nicht zum Ziel führe und er strebte an, die Raumsituation nicht nur der LSS, sondern aller Crailsheimer Schulen, „schulorganisatorisch in Einklang zu bringen“.

Drei Fenster am Schulzentrum West sind zwischen Freitag und Montag beschädigt worden.

Drängende Raumnot in den Schulen

Dabei habe sich herausgestellt, dass nicht nur die LSS ein schwieriges Bauumfeld habe, sondern dass es an der Realschule am Karlsberg und der Eichendorffschule eine viel drängendere Raumnot gebe. Hinzu komme das baufällige Schulgebäude der Realschule am Karlsberg. „Bei einer Investitionsentscheidung müssen wir stets Gebäude schaffen, die zukunftsfähig sind – egal wohin sich die Schulpolitik entwickelt“, betonte der Leiter der Schulbauförderung.

Die jetzt vorliegende Studie biete einige gute Ansätze, ließ Fischer durchblicken. Die Entscheidung über mögliche Zusammenlegungen von Schulen – eine große Gemeinschaftsschule im Westen und eine große Realschule im Osten der Stadt – müsse aber der Schulträger treffen, also die Stadt Crailsheim. „Eine Bündelung wird an vielen Standorten im Land vorgenommen, meist aus finanziellen Gründen. Das wird schonend und umfassend eingeführt – und es braucht viel Zeit“, so Fischer.

Er erinnerte daran, dass es an großen Schulzentren nicht nur für Schüler Vorteile gebe – durch mehr Fächerwahlmöglichkeiten beispielsweise – , sondern auch Einsparmöglichkeiten durch eine bessere Auslastung von Fachräumen.

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Die Stadträte Uwe Berger (CDU) und Hermann Wagner (AWV) interessierten sich zunächst für die Fördermöglichkeiten. Alle in der Studie vorgestellten Optionen seien förderfähig, versprach Helmut Fischer: von 25 Prozent der Investitionskosten für Neubauten bei weiterführenden Schulen bis hin zu 12 bis 15 Prozent für Schulhaussanierungen.

Gernot Mitsch (SPD) wollte wissen, wie sich die Schulpolitik künftig entwickele. Die Frage konnte Fischer nicht beantworten: „Seit 15 Jahren operieren meine Kollegen am RP mit unsicheren Rahmenbedingungen.“ Ein teurer Schulhausbau müsse jedoch die nächsten 30 bis 35 Jahre Bestand haben. „Da können Sie nicht auf tagesaktuelle Politik eingehen.“ Und Krämer-­Mandeau ergänzte: „Zwei Realschulen und zwei Gemeinschaftsschulen, die um den gleichen heißen Brei werben, werden nicht satt. Aber zwei Campusse minimieren das Risiko, egal was die Politik macht.“

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