Auch andere Vereine sind an diesem Tag unterwegs, aber die Jugendwehr ist unermüdlich. Bereits um 11 Uhr morgens liegen 400 Ex-Bäume gehäckselt auf dem Bauhof-Areal. Am Ende  werden es fast 900 sein, kleingeschreddert zu sieben Tonnen Biomasse. Die Jugendwehren der Abteilungen Kernstadt, Tiefenbach, Roßfeld, Goldbach und Onolzheim erwirtschaften an diesem Tag fast ihr gesamtes Jahresbudget: Von dem was ihnen die Christbaumbesitzer in die Hand drücken, werden Ausflüge organisiert, Zeltlager, kleine Extras. Jede Abteilung sammelt zunächst im eigenen Revier, dann wird ausgeholfen, wo immer eben noch Bäume am Straßenrand liegen.

Weil es sich mit leerem Magen so schwer schaffen lässt, hat  Feuerwehrler Markus Murrins nach dem Rezept der Schwiegermutter und der Oma einen Riesentopf Kartoffelsuppe gekocht und zusätzlich noch vegetarische und schweinefleischfreie Varianten in seiner Feldküche zusammengerührt. Da geht’s später mit neuem Elan an die stachligen Überreste der Weihnachtszeit.

Nachdem die an den Bäumen befestigten Umschläge systematisch geklaut worden waren, holen sich die Steppkes das Geld jetzt an der Haustür ab. Und nicht nur Geld wechselt den Besitzer: Aus einer Jackentasche von Betreuer Fritz Butz lugt bestimmt ein Kilo Schokolade. Stadtjugendwart Bernd Otterbach sieht die Aktion nicht zuletzt als Vorbereitung auf den Dienst an der Gemeinschaft: Eine Gruppe ist für Sondertouren eingeteilt – etwa um einer älteren Dame den Baum zum Wunschtermin abzunehmen. Und als vor einigen Jahren eine 20-Meter-Tanne zur Entsorgung bereitlag, zeigte der Nachwuchs, wie gut die Wehr darin ist, Probleme zu lösen.