Region "Bio" und "regional" im Trend: Nachfrage steigt kontinuierlich

Beate und Ralph Münch in ihrem Hofladen in Unterschmerach. Dort verkaufen sie Erzeugnisse vom Hof, aber auch angekaufte Waren. Archivfoto: Anna Berger
Beate und Ralph Münch in ihrem Hofladen in Unterschmerach. Dort verkaufen sie Erzeugnisse vom Hof, aber auch angekaufte Waren. Archivfoto: Anna Berger © Foto:  
Region / KATHARINE PAJONK 30.09.2015
Qualität, Sicherheit und die Herkunft spielen beim Kauf von Lebensmitteln eine immer größere Rolle. Davon profitieren auch die kleinen Erzeuger, Naturkostläden und Direktvermarkter in der Region.

In den ersten sechs Monaten 2015 hat die Nachfrage nach Bio-Produkten weiter zugenommen - um 8,4 Prozent sind die Ausgaben in privaten Haushalten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum für Biofrischeprodukte und -Verarbeitungserzeugnisse gestiegen. Das ergab eine Studie der AMI (Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft). Beliebt sind bei den Kunden vor allem Eier, Mehl, Milch und frisches Obst und Gemüse. Das spiegelt sich auch in der Region wider. Hier, im Hohenlohischen, begegnet man vielerorts kleinen Hofläden, Direktvermarktern, aber auch Naturkostläden und inzwischen auch einem Bio-Supermarkt.

Fachliche Beratung vor Ort

"Wir spüren diesen Trend hin zu ,Bio' deutlich", erklärt Antje Weiß vom Naturkostladen Biotop in Crailsheim. "Zum einen ist das Interesse und das Bewusstsein für qualitativ gute und sichere Lebensmittel gestiegen. Es sind schon lange nicht mehr nur die Kunden im Laden, die zu 100 Prozent ,Bio' leben." Antje Weiß kann aber auch eine zweite Gruppe an Kunden festmachen: "Immer häufiger kommen auch die Menschen zu uns ins Geschäft, die aufgrund von Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien gezielt bei uns einkaufen und sich beispielsweise zu Getreidesorten beraten lassen und diesen Service sehr schätzen." Mit dieser fachlichen Beratung kann sich der Naturkostladen auch von Bio-Angeboten in Supermärkten und Discountern abheben.

Ähnlich sieht das auch Caroline Trappmann vom Hof Engelhardt in Untermünkheim. "Mit unserer Ökokiste können wir uns gut absetzten. Der Kunde bestellt seine Waren aus unserem großen Sortiment und bekommt die Kiste dann nach Hause geliefert. Das ist für den Kunden praktisch und super bequem." Generell spürt das Team vom Hof Engelhardt, dass die Nachfrage nach regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmittel kontinuierlich steigt. Caroline Trappmann: "Unsere Kunden wollen Sicherheit und Qualität und das auch immer mehr durch Produkte aus der Region." So nimmt zum einen der Kundenkreis der Biokiste zu, aber auch die Bestellwerte wachsen. "70 Prozent unserer Bestellungen entfallen auf Obst und Gemüse. Aber wir spüren auch eine deutlich wachsende Nachfrage bei Fleisch." Das Liefergebiet der Biokiste wächst sowie das Angebot. "Wir sind inzwischen ein Vollsortimenter. Was wir aus der Region nicht bekommen, beziehen wir vom Biogroßhandel."

Einen offensichtlich großen Schritt hat auch der Hofladen der Familie Münch in Unterschmerach, direkt an der Bundesstraße zwischen Crailsheim und Ilshofen, gemacht. Aus dem einstigen Gartenhäuschen mit Selbstbedienung und zwei Kühlschränken im Inneren ist durch einen Anbau ein "richtiger" Hofladen entstanden. Beate Münch erklärt: "Wir waren an einem Punkt, wo wir uns entwickeln mussten - entweder mehr Schweine, oder eine Nische bedienen. So kam das eine zum anderen". Auch sie merkt die deutlich steigende Nachfrage: "Dabei muss es nicht immer ,Bio' sein. Die Kunden wollen vor allem gute Produkte von hier." Schon lange reichen die Erzeugnisse vom Hof nicht mehr aus, um die Kunden umfassend zu bedienen. "So kaufen wir von einem Landwirt aus Kressbronn Kartoffeln an, oder auch Eier - an Ostern oder bei großen Bestellungen beispielsweise. Aber auch wenn zugekauft wird, sind die Lebensmittel immer von hier", betont Beate Münch weiter.

Steigende Nachfrage in Unterrot

Dass die Sensibilisierung der Kunden, aber auch der Supermarktbetreiber, für das Thema "Bio und regional" von Vorteil sein kann, zeigt das Beispiel der Familie Wannenwetsch aus Unterrot. Der Hof wurde bereits 1989 auf "Bio" umgestellt. Etwa zeitgleich entstanden die Vorläufer des heutigen Hofladens. Angefangen hat es mit dem Verkauf von Brot. Inzwischen findet sich dort eine beachtliche Auswahl an Bio-Produkten und nicht nur das: Landwirt Karlheinz Wannenwetsch hat vor einigen Jahren begonnen, Linsen anzubauen. Die Nachfrage ist steigend. Die Linsen werden nicht nur im eigenen Laden verkauft. Auch die Gastronomie ist Abnehmer, ebenso wie der eine oder andere Supermarkt in der Region.

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