Bosch Packaging Technology befindet sich am Ende eines äußerst erfolgreichen Geschäftsjahres: Die Ankündigung, dass der Konzern seine Verpackungsmaschinensparte veräußern möchte, schlug sich nicht negativ auf Umsatz, Auftragseingang und Ergebnis nieder. „Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, aber es sieht vor allem für die Business Unit Pharma und insbesondere für den Standort Crailsheim nach einem Rekordjahr aus“, freut sich Bereichsvorstand Uwe Harbauer. Dieses Ergebnis ist für Harbauer vor allem der Leistung der Mitarbeiter zu verdanken, die  „trotz der Unruhe, die es im Sommer – nach der Verkaufsankündigung – schon gab“, voll weitergemacht haben. Zudem seien im Prinzip alle Kunden dem Unternehmen treu geblieben.

Das bestimmende Thema des Jahres war bei dem Verpackungsmaschinenspezialisten trotz der guten Zahlen der geplante Verkauf der Packaging-Gruppe mit über 30 Standorten rund um den Globus mit insgesamt über 6000 Mitarbeitern. Harbauer tritt den teils wilden Gerüchten entschieden entgegen: Die Vorbereitungen liefen, „wie bei Bosch üblich, genau nach Plan“, es gebe deutlich mehr Interessenten, als zunächst angenommen. „Die Anzahl ist deutlich zweistellig“, sagt Harbauer.

Attraktives Unternehmen

„Wir sind der größte Verpackungsmaschinenbauer der Welt und damit natürlich für Interessenten hochattraktiv.“ Aktuell werde über die Partnerschaft mit einer Investmentbank eine Vorauswahl getroffen. Im Frühjahr 2019 stehen dann die ersten Besprechungen an,  in denen sich die Geschäftsführung der Packaging-Gruppe mit der Vorauswahl der Interessenten treffen wird. „Wir stellen unser Geschäft vor, und der mögliche Käufer muss sein strategisch-industrielles Konzept vorstellen, die Verpackungstechnik weiterzuführen.“ Harbauer und seine Kollegen aus dem Bereichsvorstand geben dann eine Empfehlung an die Bosch-Konzernführung ab. Mit einer Entscheidung sei frühestens im Sommer zu rechnen. „Wir hoffen, diesen Prozess kurz vor oder im August abschließen zu können“, sagt Harbauer. Danach folge die Zeit, in der der Verkauf vertragsfest gemacht wird, diese sei zeitlich schwer zu steuern, da diese Prozesse auch von Kartellbehörden abhängen. Bis dahin ist das Unternehmen rechtlich noch der Bosch-Gruppe zugehörig. „Ziel ist es, dass wir zum Januar 2020 tatsächlich verkauft sind.“

Welche Unternehmen zum aktuellen Käuferkreis zählen, will Harbauer nicht kommentieren. Nur so viel: Es seien auch industrielle Investoren dabei, die nicht aus dem Geschäftsumfeld von Bosch Packaging Technology kommen. Insgesamt sei der Kreis der Interessenten international, aber stark europäisch geprägt. Es gebe zur Zeit auch noch keinen Interessenten, „bei dem man sagen könnte, der wird es bestimmt.“ Insgesamt sieht Harbauer die Situation äußerst positiv: „Ich bin mir sicher, dass der Verkauf im Einvernehmen zwischen Geschäftsführung Packaging Technology, der Bosch-Konzernleitung und übrigens auch mit der Arbeitnehmerseite passiert.“ Das Unternehmen baut nun eigene Strukturen auf, zum Beispiel in den Bereichen Personalwesen, Finanzen und IT. „Diese Abteilungen bauen wir gerade auf.  Wir machen Packaging gerade vollständig unabhängig und stellen Leute ein – aus dem Markt, aber auch Menschen, die genau jetzt aus anderen Bereichen bei Bosch zu uns wechseln.“  In der Stammbelegschaft seien im Moment zudem „keine erhöhten Fluktuationen“ zu spüren.

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Standorte in aller Welt und über 6000 Mitarbeiter umfasst der Bereich Bosch Packaging Technology. Bis Januar 2020 soll das Unternehmen in seiner Gesamtheit an den neuen Eigner übergeben sein.