Corona hat uns fest im Griff. Das Leben steht an vielen Stellen still. Die Hände geben? Ja nicht! Das Haus verlassen? Auch nicht und schon gar nicht, wenn man älter ist. „Auch wenn wir in diesen Zeiten der zunehmenden Corona-Krise unbedingt Abstand halten sollten, müssen wir doch enger zusammenrücken.“ Dies war der Tenor des Treffens eines Freundeskreises im Hause von Karin und Joachim Wieler in Crailsheim: „Wir wollen zusammenrücken und denen helfen, die unsere Hilfe annehmen und brauchen.“

Eine erfolgreiche Facebook-Seite gibt es bereits

Dieser Entschluss mündete in eine Facebook-Seite die seit dem Wochenende online ist und die derzeit wie wild geliket und geteilt wird. Sie heißt „Horaffen-Helferlein“, Joachim Wieler hat den doppeldeutigen Namen ersonnen. „Das Helferlein ist ein kleiner Helfer. Und die Helferline ist der Draht zur Nachbarschaftshilfe“, erklärt er.

Die Horaffen-Helferlein sind eine „kleine, aber wachsende Gruppe“ von Menschen, die Zeit und Engagement für diejenigen investieren wollen, die von Corona am meisten betroffen sind.

Senioren und Kranke können sich bei den „Helferlein“ melden

Es sind vor allem die Senioren und die Kranken, die sich derzeit Sorgen machen. Denn sie gehören, wenn man das so flapsig sagen darf, zur Virus-Zielgruppe. Sie müssen geschützt werden. „Es soll niemand aus dem Haus gehen müssen, der das nicht soll. Oder das nicht darf, wenn er in Quarantäne ist“, sagt Joachim „Jojo“ Wieler.

Wer in einer solchen Situation Hilfe braucht, soll sich nun bei den Horaffen-Helferlein melden. Hier wird die Hilfe koordiniert: Dazu kann das Einkaufen genauso gehören wie eine Besorgung in der Apotheke oder ein Spaziergang mit dem Hund. „Was eben gerade nötig ist.“

Unterstützung gibt es auch für „Systemrelevante“

Doch die Helferlein möchten nicht nur Älteren und Kranken helfen, sagt Joachim Wieler. „Wir wollen auch alles dafür tun, um diejenigen zu unterstützen, die in den kommenden Wochen am meisten gefordert sind.“ Damit sind die „Systemrelevanten“ gemeint. Also die Ärzte, Pfleger, Lebensmittelverkäufer, Müllmänner – oder wer auch immer das Leben in Gang hält, während der Rest die Schultern einzieht und in Deckung geht. Deshalb würden die Helferlein auch Kinderbetreuung oder Altenpflege übernehmen. „Da kommt es natürlich auch darauf an, wer sich als Helfer bei uns meldet“, so Wieler. „Wir müssen dabei natürlich da­rauf achten, dass wir selbst nicht andere anstecken.“ Bei manchen Hilfestellungen sei das leicht. Ein Einkaufskorb kann im Garten oder vor der Haustüre berührungsfrei übergeben werden. Bei anderen Tätigkeiten wird das schwieriger. „Wir werden uns da noch informieren.“ Deshalb hofft Wieler auch, dass sich Ärzte den Helferlein anschließen, „die genau das im Blick haben“.

Kontaktdaten der Horaffen-Helferlein

„Wir haben jetzt eine Telefonnummer geschaltet, bei der sich Hilfesuchende und Helfende melden können. Kontakt ist außerdem per E-Mail oder über Facebook möglich. Für die Helferinnen und Helfer gibt es eine Whatsapp-Gruppe. „Es muss alles digital ablaufen“, sagt Joachim Wieler. „Wir müssen ja Abstand halten. Auch wenn wir zusammenrücken wollen.“

Die Horaffen-Helferlein sind auf Facebook zu finden, außerdem per E-Mail an helferleincr@web.de und per Telefon unter 01 78 / 3 47 98 90 zu erreichen.

Crailsheim/Schwäbisch Hall