Klaus-Jürgen Mümmler, der CDU-Stadtverbandsvorsitzende, gibt sich an diesem 1. Mai beim politischen Frühschoppen kämpferisch. „Jetzt gilt es. Jetzt ist Wahlkampf“, sagt er und fügt einen Atemzug später hinzu: „Die CDU wird eine maßgebliche Rolle spielen. Jetzt liegt es an uns.“

Die traditionelle Veranstaltung auf der Reitanlage Fundis in Saurach markiert zugleich den Wahlkampfauftakt der Partei, und deshalb geht das Mikro zunächst an die Kandidaten für den Crailsheimer Gemeinderat. 42 Kandidaten gibt es insgesamt, davon acht Frauen, die meisten stellen sich den rund 100 Besuchern kurz vor. Name, Alter, Hobbys, Lebensmotto. „Ein richtig tolles Tableau an Personen“, findet Kreisvorsitzender Dominik Schloßstein.

Dass am 26. Mai nicht nur Kommunalwahl ist, sondern auch Europawahl, sieht man an den CDU-Wahlplakaten an der Scheunenwand („Unser Europa sichert Frieden“) und an den weiteren Rednern. Die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle bringt zwei Botschaften mit. Erstens: Die CDU sei die einzige Partei in Deutschland, die Landeslisten für jedes Bundesland aufgestellt habe. Dies wertet Gräßle als Zeichen für „ein lebensnahes Europa“. Zweitens: Stimmen für Klein- und Kleinstparteien würden den deutschen Einfluss in Europa schwächen.

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Dann übergibt Gräßle an den Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Wolfgang Reinhart. Schloßstein kann sich „kaum einen Besseren vorstellen, der zu uns spricht“. Reinhart sei „nicht nur Fraktionsvorsitzender, er war auch Europaminister“. Von 2005 bis 2011 war er, um genau zu sein, Minister für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten.

In Saurach hält Reinhart ein Plädoyer für Europa, 15 Jahre nach der EU-Osterweiterung. „Wir brauchen ein gemeinsames Europa, nur dann bleiben wir stabil“, sagt er. Zum Brexit fällt ihm nur Folgendes ein: „Der Weg der Briten ist ein Irrweg.“

Als 62-Jähriger gehöre er der Generation an, „die in der längsten Friedenszeit der Geschichte hier sein kann“, so Reinhart weiter. Selbstverständlich ist das nicht: „Die Demokratie braucht unseren Einsatz“, fordert er. Jetzt drohe ein neuer Systemkonflikt. „Es gibt Mächte auf der Welt, die Interesse an einem schwachen Europa haben.“

Das Fundament Europas

Eine Spitze gegen die SPD kann sich Reinhart nicht verkneifen. Bei der Fahrt nach Saurach sei er an Plakaten vorbeigekommen, die Katarina Barley zeigten. Die SPD-Spitzenkandidatin setzt sich für eine europäische Arbeitslosenversicherung ein. Dieser Idee erteilt Reinhart eine deutliche Absage: „Wir wollen keine Transferunion in Europa.“

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Für den CDU-Europaexperten steht generell fest: „Nur wenn man miteinander arbeitet, kann man gestalten.“ Dabei würden sich Heimatverbundenheit und Weltoffenheit nicht ausschließen, noch nie habe ein so enger Zusammenhang bestanden – und das würde an diesem „Gerät“ liegen. Reinhart hält sein Smartphone hoch und sagt: „Die Welt ist ein Dorf geworden. Wir hängen alle zusammen.“ Nicht nur das Smartphone zeigt ihm: „Was heute alles möglich ist, das ist ja sensationell.“ Reisen, Studieren, solche Sachen.

Das Fundament Europas sind für Wolfgang Reinhart die Kommunen. Die 42 Crailsheimer Gemeinderatskandidaten der CDU hält er für „eine tolle Mannschaft. Das ist ­regionale Verwurzelung in der ganzen Breite. Sie geben alle ihre guten Namen her für diese gute Sache.“

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