Die Stimmung in der Blaufeldener Markthalle ist am Freitagnachmittag gut. „Jetzt werden wir noch fotografiert. Das kostet was“, meint ein Mann und lacht. Zugegeben, es dauert einiges länger als sonst, bis die Freiwilligen durch das Treppenhaus hinüber in die Mehrzweckhalle zum Blutspenden gehen können. Das hält sie aber nicht davon ab, um ehrenamtlich die Kranken zu unterstützen, die auf die Lieferungen vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK) angewiesen sind – auch nicht in Krisenzeiten.

Körpertemperatur wird gemessen

Zur Anmeldung geht es diesmal nur einzeln. Im Korridor steht ein Helfer des DRK und misst kontaktlos an der Stirn die Körpertemperatur. Nur wenn er grünes Licht gibt, geht’s weiter. Jeder Spender bekommt einen eigenen frischen Kugelschreiber, um den Fragebogen auszufüllen. Der ist zwar nicht anders als sonst, aber die leitende Ärztin vor Ort und ihr Team stellen weitere Fragen. „Beispielsweise, ob sie Kontakt zu Kranken hatten oder in Risikogebieten waren“, so Krystyna Kluziak.

Schwäbisch Hall, Crailsheim

Die Fragen seien wichtig, um das Infektionsrisiko gering zu halten. „Die Leute denken manchmal nicht daran, was wichtig ist, um eine Gefahr auszuschließen. Deshalb fragen wir“, erklärt die Medizinerin. Manche nähmen so eventuell einen Aufenthalt in Österreich nicht als Auslandsurlaub wahr.

Bei Fieber müssen sich Spender beim DRK melden

Die Abläufe beim Blutspenden seien zudem etwas geändert worden, damit nach dem Einlass ins Foyer der Halle die Sicherheitsabstände zwischen den Menschen eingehalten werden können. Und die Spender werden von den Ärzten nochmals explizit darauf hingewiesen, dass sie sich beim DRK melden sollten, falls sie in den 14 Tagen nach der Aktion Fieber bekommen sollten.

Viele Termine für Blutspenden abgesagt

Immer wieder schaut Kluziak auf ihr Handy. „Es gibt ständig neue Informationen und neue Richtlinien. Das könnte auch die letzte Blutspendeaktion gewesen sein“, verrät sie. Noch niemand wisse, wie es weiter gehe. Erst später wird bekannt, dass die meisten Blutspendetermine wirklich abgesagt werden.

Solidarität während Corona-Pandemie Ultras muntern Mitarbeiter des Krankenhauses auf

Crailsheim

Hoch rechnet Kluziak es den Freiwilligen an, dass sie so zahlreich zum Blutspendetermin gekommen sind. „Die Bereitschaft ist groß, sie wollen helfen“, hat die Ärztin bemerkt. Das merkt auch Christine Stickel, Bereitschaftsleiterin des DRK in Blaufelden, an. „Es sind wirklich viele gekommen“, freut sie sich über den Andrang. Bis zum Abend werden es 265 Menschen sein, die ehrenamtlich ihr Blut gegeben haben. Darunter sind sogar 31 Erstspender. Alle könnten stolz darauf sein, Kranken auf diese Weise zu helfen. „Und trotz der Wartezeiten läuft es ganz gut“, hat Stickel bemerkt.

Uli Hörner hat schon mehr als 30 Mal Blut gespendet

Aus Sicherheitsgründen hat sie weniger Personal ihrer Bereitschaft eingesetzt. Gerade sind es fünf – nur halb so viele Helfer wie sonst. Trotzdem geht’s reibungslos. Uli Hörner hat schon mehr als 30-mal Blut gespendet. „Ich wusste, es ist notwendig“, erklärt er, warum er aus Rot am See dazu nach Blaufelden gekommen ist. „Und ich habe wegen Corona auch nicht mehr Bedenken“ meint er. Natürlich sei die Situation nicht ideal: „Es herrscht eine besondere Atmosphäre.“