Eine neue Art des Enkeltricks beschäftigt die Polizei. Damit werden insbesondere ältere Menschen in die Falle gelockt. Man kennt das ja: Am Telefon geben sich Kriminelle als Angehörige aus, nur jetzt behaupten sie, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sind und finanzielle Unterstützung für die Behandlung benötigen. Dann bitten sie ihre Opfer um Geld und andere Wertgegenstände, die ein Freund für sie abholen würde. Geld und Wertgegenstände sieht man natürlich nicht wieder. „Die Betrüger machen sich die Sorgen der Bevölkerung im Zusammenhang schamlos zunutze“, findet Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamtes, und: „Das ist eine besonders abstoßende und niederträchtige Vorgehensweise skrupelloser Krimineller.“

Abzocke auch auf Online-Plattformen

Auch Betreiber von gefälschten Online-Plattformen würden diese Angst ausnutzen. „Sie bieten Artikel wie Atemschutzmasken oder Desinfektionsmittel an, die auf dem freien Markt nicht mehr oder nur noch schwer erhältlich sind“, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. „Die bestellte Ware kommt dann nie beim Kunden an, das Geld ist weg.“ Andere Betreiber oder private Anbieter würden zwar die Ware verschicken, allerdings zu horrenden Preisen.

Betrüger auch am Telefon?

Vielleicht gibt es weitere Varianten des Corona-Betrugs. Eine 63-Jährige aus Crailsheim berichtet unserer Zeitung von einem Anruf am Freitag. „Meinen Mann wollten die nicht sprechen“, sagt sie. „Ich habe gleich gedacht, da stimmt was nicht.“ In der Leitung ein Mann, der gut Deutsch sprach. Er hätte da ein paar Fragen, er sei vom Gesundheitsamt, bla bla bla, es ginge um Schutzmittel gegen Corona. Das Gespräch war schnell beendet, die Frau kaufte nichts. Aber sie notierte sich die Telefonnummer. Wer zurückruft, kommt nicht durch: „Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist inkorrekt. Bitte überprüfen Sie die Rufnummer und versuchen Sie es erneut.“

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Crailsheim