Wohin mit dem Kind, wenn Kindergärten und Schulen schließen? Im ländlichen Raum scheint diese Frage leichter lösbar zu sein als in den Ballungsräumen: Wie eine HT-Umfrage in den Kommunen zwischen Schrozberg und Stimpfach ergab, hält sich der Bedarf an einer Notfallbetreuung noch in Grenzen: Nur relativ wenige Eltern meldeten sich bis gestern auf den Rathäusern. Offenbar können viele Familien noch auf „Reserven“ in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis zurückgreifen.

Kein Bedarf an Notfallbetreuung in Gerabronn und Langenburg

In Gerabronn wird es aller Voraussicht nach keine Notfallbetreuung geben. Bis gestern Mittag haben weder an der Grundschule noch am Gymnasium Eltern Bedarf an einer solchen Betreuung angemeldet. Das gilt auch für die beiden Kindergärten im Hauptort und für den Montessori-Kindergarten in Dünsbach.

In Langenburg gibt es bisher weder im Kindergarten noch in der Grundschule Kinder, die betreut werden müssten.

Bereitschaftsdienst an der Schloss-Schule Kirchberg

In Kirchberg gab es für gestern Mittag drei Kinder, für die eine Notfallbetreuung eingerichtet wird; alle drei besuchen den evangelischen Kindergarten „Sonnenschein“. Zwei weitere Fälle wurden im städtischen Kindergarten Lendsiedel gestern noch geprüft. An der August-Ludwig-Schlözer-Schule wurden bis gestern Mittag zwei Kinder für die Notfallbetreuung angemeldet, während es an der privaten Schloss-Schule keine Anmeldungen gab. Dort können die Eltern ihre Kinder allerdings auch noch später anmelden. Für diesen Fall hat die Schule einen Bereitschaftsdienst eingerichtet.

Nachfrage in Schrozberg hält sich in Grenzen

Auch die Stadt Schrozberg hat sich auf eine Notfallbetreuung für ihre jüngsten Bürger eingestellt: Zentral für die gesamten Kindergärten in der Kommune wird ab heute das „Haus am See“ in Schrozberg genutzt. Für die Schüler bis Klasse 6 sorgt das Schulzentrum für eine Betreuung von Kindern, deren Eltern zu den „systemrelevanten Berufen“ zählen. Allerdings hält sich in Schrozberg die Nachfrage bis jetzt noch in Grenzen: Auf dem Rathaus meldeten sich gestern nur wenige Eltern. Falls der Bedarf im Bereich der Kindergärten größer werden sollte, kommen in Schrozberg noch zusätzlich die Einrichtungen in den Teilorten für „Notgruppen“ in Betracht.

Notfallbetreuung für ein Kind in Rot am See

In Rot am See herrscht bislang ebenfalls keine starke Nachfrage in Sachen Notfallbetreuung. Vorerst wird die Gemeinde zentral den Kindergarten in Rot am See nutzen. Hier sollen auch „unversorgte“ Schüler aus der Gemeinschaftsschule betreut werden – zunächst von Erzieherinnen. Ob dort auch Lehrer zum Einsatz kommen, wird je nach Bedarf entschieden. Bis gestern gab es in Rot am See nur ein Kind, das in nächster Zeit nicht zu Hause betreut werden kann.

In Blaufelden meldeten gestern nur die Eltern von zwei Kindergarten-Schützlingen und eines Schülers den Bedarf für eine Notfallbetreuung an. Das Rathaus stellt sich darauf ein, dass im kommunalen Kindergarten in Blaufelden eine Notfallgruppe sowohl für den Mutterort als auch für alle Teilorte eingerichtet wird – auch für Kinder aus kirchlichen Einrichtungen. Das Schulzentrum organisiert selbst eine Betreuung für infrage kommende Schüler.

Simone Gahm: Keine fünf Wochen Urlaub

Aus Frankenhardt berichtet Hauptamtsleiterin Simone Gahm von aktuell fünf Kindern, die zumindest zeitweise für die Notfallbetreuung angemeldet wurden – zwei im Kindergarten und drei in der Grundschule. Gahm meint mit Blick auf unerwartete Entwicklungen und Notsituationen, die Gemeinde stelle sich darauf ein, gegebenenfalls schnell zu reagieren: „Für die Mitarbeiter bedeutet das ja nicht fünf Wochen Urlaub.“ Betreut werde im Kindergarten Oberspeltach und in der Grundschule Gründelhardt.

Stimpfachs Bürgermeister Matthias Strobel zufolge werden in der Kaspar-Mettmann-Schule sowie im katholischen Kindergarten Stimpfach eine Notfallbetreuung eingerichtet. Bis gestern Nachmittag gab es drei Anmeldungen für den Kindergarten; sollte sich die Zahl nicht nennenswert erhöhen, ist auch eine Zusammenlegung der Kindergarten- und Schulkinder denkbar.

Möglichst kleine Gruppen in Satteldorf

Satteldorfs Bürgermeister Kurt Wackler spricht von einem Schulkind und insgesamt fünf Kindergartenkindern, die bis gestern für eine Notbetreuung angemeldet wurden; diese soll in möglichst kleinen Gruppen erfolgen.

In Fichtenau könne man Betreuung hochfahren

„Bislang gibt es in der Schule und im Kindergarten keinen Bedarf“, sagt Hauptamtsleiter Jochen Trollmann in Fichtenau: „Wenn sich bis zum 19. April etwas ergibt, können wir aber jederzeit hochfahren.“ Mit den kirchlichen Trägern sei eine Notfallbetreuung im Kindergarten Wildenstein abgesprochen, Schulkinder könnten in der Grundschule Unterdeufstetten untergebracht werden. Derzeit müssen beide Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten; Trollmann hält es durchaus für möglich, dass diese Regelung aufgeweicht werden muss.

Keine Zahlen für Kreßberg und Wallhausen

Der Kreßberger Hauptamtsleiterin Birgit Macho liegen noch keine Zahlen vor; wenn Bedarf angemeldet werde, lasse sich in jedem Kindergarten und in der Krippe sowie in der Schule je eine Gruppe einrichten: „Aber so viele werden es sicher nicht.“

Auch Wallhausen ist vorbereitet, hat aber noch keine Anmeldungen beziehungsweise wartet auf Rückmeldungen.

Rathäuser reagieren mit geschlossenen Türen


Die Rathäuser in Schrozberg, Blaufelden und Rot am See, in Wallhausen, Gerabronn und Langenburg sind für Besucher geschlossen. Telefonisch können in dringenden Fällen Termine vereinbart werden. In Kirchberg, Satteldorf, Frankenhardt, Fichtenau, Stimpfach und Kreßberg gibt es zumindest keinen ungehinderten Zugang: Wer klingelt, muss zunächst einige grundsätzliche Fragen beantworten. Vor allem geht es darum, ob er oder sie sich jüngst in einem sogenannten Risikogebiet aufgehalten hat. Der Hintergrund: Persönliche Kontakte sollen nach Möglichkeit vermieden werden – viele Dokumente etwa können zugestellt werden. Ist eine Begegnung notwendig, werden die Türen geöffnet, aber es gibt zumindest keinen Wartebereich, in dem sich die Menschen begegnen.

Alle Rathäuser sind besetzt, die Mitarbeiter, die zum Teil im Homeoffice arbeiten, sind in jedem Fall telefonisch oder per Mail erreichbar.