Schwäbisch Gmünd 200 weitere Waffen vernichtet

Zu den etwa 1300 Waffen, die das Ordnungsamt seit 2009 entsorgte, kamen 200 neue Objekte hinzu. Sie wurden in Stuttgart vernichtet.
Zu den etwa 1300 Waffen, die das Ordnungsamt seit 2009 entsorgte, kamen 200 neue Objekte hinzu. Sie wurden in Stuttgart vernichtet. © Foto: Stadtverwaltung Gmünd
Schwäbisch Gmünd / MARKUS HERRMANN 03.11.2014
Das Ordnungsamt im Gmünd hat weitere 200 Waffen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgen lassen. Dieses Mal waren neben Pistolen unter den Objekten auch Messer, Schlagstöcke und Schwerter.

Das Gmünder Ordnungsamt transportierte unter Polizeibegleitung weitere 200 Waffen zur Vernichtung zum Kampfmittelbeseitigungsdienst nach Stuttgart. Dort werden die Waffen eingeschmolzen. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2009 mehr als 1300 Objekte zerstört.

Neben Revolvern, Pistolen und Gewehren waren diesmal auch zahlreiche Einhandmesser, Schlagstöcke, Schreckschusswaffen und Schwerter darunter. Das Ordnungsamt ließ diese Kampfmittel per Ermittlungs- und Bußgeldverfahren einziehen. Es ist die bereits vierte Vernichtungsaktion von Waffen in Gmünd.

Viele der jetzigen Gewehre und Pistolen stammen aus Nachlässen von verstorbenen Waffenbesitzern, deren Erben auf die hinterlassenen Gegenstände gänzlich verzichten oder die Kosten für den Einbau von gesetzlich vorgeschriebenen Blockiersystemen scheuen. Ein solches System muss in geerbte Schusswaffen eingebaut werden und kostet etwa 200 Euro pro Waffenlauf. Zusätzlich müssen diese blockierten Objekte in Tresoren verwahrt werden. Die Systeme dürfen ausschließlich durch zertifizierte Personen angebracht werden. Nach dem Einbau kann mit der Waffe nicht mehr geschossen werden, den Eingriff kann man allerdings wieder rückgängig machen.

Im Falle der Einhandmesser, Schlagstöcke, Schreckschusswaffen und Schwerter teilt das Ordnungsamt mit, dass zwar der Besitz dieser Gegenstände für Personen ab 18 Jahren erlaubt ist - die Gegenstände dürfen aber nicht in der Öffentlichkeit oder im Auto mitgeführt werden. Für das Tragen von Schreckschusswaffen ist ein sogenannter kleiner Waffenschein erforderlich. Im Zweifel sollte beim Ordnungsamt nachgefragt werden.

In Gmünd gibt es derzeit noch 709 Personen, die legal etwa 3220 erlaubnispflichtige Schusswaffen besitzen. Viele von ihnen haben bereits Besuch von Beamten des Ordnungsamtes bekommen, die deren sichere Aufbewahrung überprüfen.

Etwa 35 Prozent der Gmünder Waffenbesitzer wurden bislang ohne Vorankündigung überprüft. Dabei ergaben sich bisher meistens keine oder nur sehr geringfügige Beanstandungen. "Die bisher kontrollierten Gmünder Sportschützen und Jäger gingen sehr pflichtbewusst und sorgfältig mit ihren Waffen um und verwahren diese ordnungsgemäß", sagt Rüdiger Maas vom städtischen Ordnungsamt. "Beanstandungen gibt es hin und wieder bei so genannten Altwaffenbesitzern oder Erben, obwohl ihnen die auf sie zutreffenden gesetzlichen Vorgaben vom Ordnungsamt jeweils mitgeteilt wurden."

In zwei gravierenden Fällen musste das Ordnungsamt allerdings Waffen und Munition von Altwaffenbesitzern sofort beschlagnahmen. Deren Waffen lagen bei der Überprüfung offen und teilweise geladen zu Hause herum. Familienmitglieder, Besucher oder Gäste hätten auf diese jederzeit Zugriff gehabt. Daher wird das Ordnungsamt auch weiterhin unangemeldete Waffenkontrollen durchführen.

Insgesamt reduzierte sich seit 2009 die Anzahl der Waffenbesitzer in Gmünd um etwa 25 Prozent.

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