Feuchtwangen 14 Kinder geboren

Vor der Westmauer der Friedhofskirche befindet sich das älteste noch erhaltene Grabmal auf dem Gottesacker der Kreuzgangstadt. Foto:Heinz Meyer
Vor der Westmauer der Friedhofskirche befindet sich das älteste noch erhaltene Grabmal auf dem Gottesacker der Kreuzgangstadt. Foto:Heinz Meyer
Feuchtwangen / HEINZ MEYER 14.05.2012
Auf dem Friedhof in Feuchtwangen zieht seit vielen Jahren eine Gruppe erhaltenswerter Grabdenkmäler aus dem 18. und 19. Jahrhundert in der Nähe der Michaels-Kirche die Blicke auf sich.

Das älteste noch erhaltene Grabmal auf dem Gottesacker ist jedoch fest vor der Westmauer der 1620 entstandenen Friedhofskirche angebracht. Es stammt wohl noch aus der Zeit vor der Erbauung des Gotteshauses.

Schon bald nach 1612 ließ eine gewisse Barbara Löder, die Witwe von drei angesehenen Bürgern, diesen Verstorbenen, aber auch sich selbst ein Denkmal errichten. Es ist rund eineinhalb Meter hoch, etwa 1,10 Meter breit und aus Sandstein gearbeitet. Farbspuren lassen eine einstmals weiße Bemalung vermuten, wie der Feuchtwanger Heimatforscher Dietrich Weiß schon vor 25 Jahren behauptete.

Das Epitaph ist in zwei nahezu gleich große Rechtecke geteilt. Im oberen davon ist die Familie der Stifterin dargestellt, wie sie kniend zum Erlöser am Kreuz betet. Von einem blockförmigen, wuchtigen Kreuz blickt Jesus auf die Familie. Links befinden sich die drei verstorbenen Männer; über ihnen ihre Initialen (MH, MS und CL) sowie Wappen (menschliche Halbfigur und stilisierte Bäume ohne Laub). Rechts außen ist die Stifterin zu sehen, ihr Wappen ist jedoch bereits verwittert.

Zwischen den Erwachsenen drängen sich die 14 Kinder der Frau, die Knaben den Vätern und die Mädchen der Mutter zugeordnet. Im Text darunter werden die Männer mit ihren Berufen erwähnt, wogegen bei der Stifterin Barbara Löder die Tatsache, dass sie 14 Kinder geboren hatte, von denen 13 schon vor ihr verstorben waren, hervorgehoben wird. Die Witwe war insgesamt 34 Jahre nacheinander mit drei verschiedenen Männern verheiratet, die alle drei den Beruf eines Gastwirts ausgeübt hatten und im städtischen Gemeinwesen angesehen waren.

So war Martin Hoffmann (gestorben 1581) Ratsherr gewesen, Michel Schöpler (gestorben 1586) Vollbürger und Caspar Löder Bürgermeister. Er verschied in diesem Amt 1612 und wird sonst auch Löderer genannt.