Crailsheim 125 Jahre im Dienste der Schönheit

Crailsheim / Von Kerstin Dorn 11.07.2018
Wenn eine Firma das 125-jährige Bestehen feiern kann, dann hat sie das meiste richtig gemacht.

Wenn eine Firma das 125-jährige Bestehen feiern kann, dann hat sie das meiste richtig gemacht.

Der Friseursalon Schroth in Crailsheim, Karlstraße 23, gehört zu diesen Geschäften, die seit Generationen das Geschäftsleben und das Straßenbild in der Innenstadt prägen und die man mit Fug und Recht als „alteingesessen“ bezeichnen darf. Schroth, das war schon immer eine feste Adresse für alle Crailsheimer, und auch wenn Ortsunkundige Orientierung brauchen, dann ist der Tipp „neben Schroths oder gegenüber von Schroth“ eine brauchbare Hilfe.

Behutsame Veränderungen

In seiner 125-jährigen Geschichte hat das Geschäft einige Wandel erlebt. Der Einschneidenste war während der Kriegsjahre, als es komplett ausgebombt war. Damals, so erinnert sich der Senior­chef, habe sein Vater Holz aus Gaildorf organisiert, um auf der Straße eine Holzhütte aufbauen zu können, in der die Herren bedient wurden. Der Damensalon musste vorübergehend in der Ringgasse untergebracht werden. Das war eine schwierige Zeit, in der viel improvisiert werden musste: Zum Haaretrocknen saßen die Damen auf der Straße.

1953 hat Karl Schroth das Haus in seiner jetzigen Form bauen lassen, und auch später waren immer wieder Renovierungen fällig. So wie jetzt – in Vorbereitung des 125-Jahr-Jubiläums. Mit neuer Fassadengestaltung, neuen Fenstern und einem  komplett renovierten Erdgeschoss präsentiert es sich heute frischer denn je. Das neue Outfit gefällt: Die Kunden und vorbeigehenden Passanten halten sich mit ihrem Lob nicht zurück.

Die Ideen zur Umgestaltung lieferte Vera Stark, die gegenüber ein Planungsbüro für Innenarchitektur Licht und Akustik führt. Sie kennt das Friseurgeschäft; seit vielen Jahren ist sie Kundin hier. Am Auffallendsten ist die grüne Farbe: warm, wohltuend, mit einem Stich ins Blaue. Vielleicht wird man es einmal als „schrothgrün“ bezeichnen, sagt Annegret Schmidt, geborene Schroth, die hier im Obergeschoss kosmetische Behandlungen, Fußpflege und Well-
nessmassagen anbietet, mit einem Augenzwinkern.

Neues wagen

„Von Zeit zu Zeit muss man einfach etwas Neues wagen“, ist sich auch ihre Schwester und Mitinhaberin, Kathrin Schroth, sicher. „Ganz einfach, um nicht betriebsblind zu werden.“ Damit bringt sie wohl auf den Punkt, weshalb sich das Familienunternehmen seit 125 Jahren erfolgreich am Markt behaupten kann. Weil es vier Generationen verstanden haben, die Trends ihrer Zeit zu deuten und immer wieder behutsame Veränderungen wagten.

Auch wenn sich die Mode, die Frisuren, die Pflegemittel und Schnitttechniken änderten, ist eines konstant geblieben: Das ist das Verständnis, ein Dienstleister zu sein. „Alles, was wir hier tun, geschieht, um unseren Kunden ­einen angenehmen Aufenthalt zu bieten und sie mit einem guten Gefühl wieder gehen zu lassen. Schließlich verdanken wir es ihnen, dass es uns schon so lange gibt. Viele sind mit uns älter, ­manche sogar alt geworden“, sagt ­Friseurmeisterin Kathrin Schroth. Bis vor einem Jahr stand ihr Vater Helmut Schroth, der heute 91 ­Jahre alt ist, noch im Salon. Er kann viel erzählen aus einer Zeit, in der es noch zum Handwerk eines ­Friseurs gehörte, Zähne zu ziehen und Schröpfköpfe anzusetzen.

Heute stehen das Wohlbefinden – Pflege und Wellness von Kopf bis Fuß – an erster Stelle. Diesen Trend setzen die Inhaberinnen bewusst um und haben so wohl wieder das meiste richtig gemacht.

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