Spätestens am Dienstag müssen in Ulm die Geschäfte wieder schließen. Dann ist lediglich „Click&Collect“ erlaubt – also das Abholen bestellter Waren. Auch Terminshopping ist dann nicht mehr möglich. So sieht es die neue Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vor. Grundlage ist die Entscheidung, dass dies passieren muss, wenn an drei Tagen in Folge die Grenze von 100 bei der 7-Tages-Inzidenz überschritten wird. Spielraum für Landkreise und Städte gibt es nur noch bei den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.
Die Stadt Ulm ist seit drei Tagen in Folge deutlich über der Grenze, der Alb-Donau-Kreis ist ebenfalls seit zwei Tagen beim Robert-Koch-Institut über 100 gelistet, in den eigenen Angaben schon länger. Die Überschreitung muss dann offiziell vom Gesundheitsamt festgestellt werden. Zwei Tage danach treten die Regeln in Kraft, in Ulm also am Dienstag, im Alb-Donau-Kreis voraussichtlich am Mittwoch.

Die Corona-Regeln für Ulm und den Alb-Donau-Kreis

Einzelhandel

Läden des täglichen Bedarfs, wozu jetzt Garten- und Baumärkte zählen, haben weiterhin geöffnet - auch an Gründonnerstag und Karsamstag. Schließen müssen die Buchhändler, nach einer erfolgreichen Klage eines Möbelhauses. Alle anderen Geschäfte müssen schließen. Geöffnet bleiben die Frisöre sowie medizinisch notwendige körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege. Auch der Markt darf weiterhin stattfinden.

Kontaktbeschränkungen

Treffen von zwei Haushalten mit höchstens fünf Personen bleiben möglich, die weitere Verschärfung für Gebiete mit einer Inzidenz über 100 wurde gestrichen. Erleichterung für Familien mit mehreren älteren Kindern, die älter als 14 Jahre sind: Wenn der Haushalt bereits aus fünf oder mehr Personen besteht, darf eine zusätzliche haushaltsfremde Person dazukommen. Getrennt wohnende Paare gelten als ein Haushalt.

Ausgangssperre

Eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens kann erlassen werden – dies wird vom Land von allen Kreisen und Städten mit einer Inzidenz über 100 verlangt. Das letzte Wort hat aber der Landkreis.

Schulen

An allen Schulen, an denen in Präsenz unterrichtet wird, muss ein medizinischer Mund- Nase-Schutz oder eine FFP-2-Maske getragen werden. Schüler, deren Klassen im Präsenzunterricht unterrichtet werden, müssen den Unterricht vor Ort nicht besuchen. Entscheiden sich die Eltern oder der volljährige Schüler selbst gegen den Schulbesuch, ist Fernunterricht verpflichtend. Diese Entscheidung kann aber nicht täglich neu getroffen werden, sondern ist für ein Halbjahr gültig oder aber kann geändert werden, wenn eine grundlegend andere Sachlage vorliegt – etwa bei einer deutlichen Änderung der Inzidenz. Zu Prüfungen muss der Schüler in die Klasse kommen. Eine Testpflicht ist aktuell nicht vorgeschrieben. Der Präsenzunterricht findet weiterhin für alle Klassen statt, die auch bisher schon in der Schule waren.
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Ulm

Schnelltests

Sind Schnell- oder Selbsttests für eine Dienstleistung, eine Veranstaltung, am Arbeitsplatz oder den Besuch einer Einrichtung Bedingung, müssen diese von geschultem Personal oder unter Aufsicht vor Ort durchgeführt und das Ergebnis überwacht werden. Heißt: Der Selbsttest aus dem Supermarkt gilt nicht.

Sport

Kindergruppen dürfen nicht mehr gemeinsam trainieren. Erlaubt ist nur noch Sport mit höchstens zwei Haushalten und höchstens fünf Personen im Freien. Das gilt auch für weitläufige Sportanlagen, wie Golf- oder Tennisplätze. Dann dürfen auch mehrere zulässige Gruppen zur gleichen Zeit Sport machen, aber nur, wenn sie sich nicht begegnen. Umkleiden, Duschen und andere Gemeinschaftsräume bleiben geschlossen. Ausnahmen des Sportverbots gelten lediglich für den Spitzen- und Profisport sowie für Reha-Angebote. Schulsport findet nicht statt, Spaziergänge oder ein Bewegungsangebot an der frischen Luft im Klassenverbund sind erlaubt.

Kultur

Musik- und Kunstschulen dürfen nur noch online unterrichten. Museen, Galerien, der botanische Garten und der Zoo müssen ebenso wieder schließen wie Gedenkstätten.

Mund-Nasen-Schutz

Fahren im Auto Personen aus zwei Haushalten zusammen, besteht Maskenpflicht.

Diese Regeln gelten im Landkreis Neu-Ulm

Auch im benachbarten Neu-Ulm nimmt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landkreis Neu-Ulm an drei Tagen in Folge über 50. Deshalb gelten ab Dienstag, 30.03.2021, strengere Regeln.