Hausen Hunde kriegen ihre Begegnungsstätte

Ältere Hunde an ältere Menschen zu vermitteln – das ist, eigener Aussage zufolge, das Anliegen der Pfotenengel. Sandra Topler sagte gegenüber der HZ, sie wolle in Hausen gerade kein Tierasyl einrichten, sondern eine „Begegnungsstätte“ schaffen, die nur in Notfällen als Übergangsquartier dient. Nachbarn beäugen ihr Projekt bislang skeptisch.
Ältere Hunde an ältere Menschen zu vermitteln – das ist, eigener Aussage zufolge, das Anliegen der Pfotenengel. Sandra Topler sagte gegenüber der HZ, sie wolle in Hausen gerade kein Tierasyl einrichten, sondern eine „Begegnungsstätte“ schaffen, die nur in Notfällen als Übergangsquartier dient. Nachbarn beäugen ihr Projekt bislang skeptisch. © Foto: Archiv
Hausen / Matthias Badura 12.07.2018
Sandra Topler hält an ihrem Vorhaben in Hausen fest: Sie will eine „Begegnungsstätte für Menschen und Tiere“ einrichten.

Als durchdrang, dass Sandra Topler, Vorsitzende der Pfotenengel Zollernalb, in Hausen eine Einrichtung für Hunde schaffen will, schlugen die Wellen hoch. Anwohner liefen Sturm gegen das „Tierheim“, es gab – und gibt – allerdings auch Befürworter. Ihren Niederschlag fanden die Meinungen nicht zuletzt in Leserbriefen in der HZ.

Topler hatte für ihr Vorhaben zunächst einen Antrag auf Nutzungsänderung eines Gebäudes in der Nähe der Hausener Ortsmitte gestellt, sie wollte das Grundstück zudem mit einem Zaun einfrieden.

Nachdem der Antrag in einer vorangegangenen Sitzung vertagt worden war, hätte er am vergangenen Dienstag erneut im Ortschaftsrat behandelt werden sollen. In der Sitzung war gut ein halbes Dutzend Zuhörer anwesend. Dass die Bürger des Hunde-Themas wegen gekommen waren – und nicht wegen der später ausgiebig diskutierten Frage, mit was für Spielgeräten man den Hausener Kinderspielplatz neu bestücken möchte – war offenkundig. Die erste und einzige Frage der Anwesenden zielte dann prompt in diese Richtung: Wie es um die Sache „Tierheim“ steht? Man höre zahlreiche Gerüchte im Dorf.

Etwas überraschend fiel die Antwort des Ortsvorstehers aus. Wie Erwin Staiger berichtete, habe die Antragstellerin ihr Gesuch „zurückgezogen“. Für den Ort­schaftsrat sei die Sache damit gegenstandslos.

Werden also keine Tiere in das Haus unweit der Ortsmitte einziehen? So könnte es mancher Anwesende verstanden haben. Sandra Topler denkt aber überhaupt nicht daran, ihr Vorhaben aufzugeben. Im Gegenteil.

Genehmigung nicht nötig

Sie habe, erklärte sie am Mittwoch gegenüber der HZ, das fragliche Anwesen gekauft und den Kauf jetzt notariell bestätigen lassen – nicht als Vorsitzende, sondern als Privatperson. Die Genehmigung für eine Nutzungsänderung benötige sie gar nicht, schließlich könne ihr niemand verbieten, Hunde oder andere Tiere in ihrem Haus zu haben. Was den Zaun angeht, finde sich eine andere Lösung.

Allerdings widerspricht die Vorsitzende ganz entschieden der Darstellung, sie wolle in Hausen ein „Tierasyl“ einrichten oder in ihrem Haus dauerhaft Tiere einquartieren. Daran sei überhaupt nicht gedacht. Ihrer Erklärung zufolge soll auf dem Anwesen eine „Begegnungsstätte“ für ältere Menschen und ältere Tiere entstehen. Senioren und Menschen mit Behinderungen sollen dort in Abständen bei Kaffee und Kuchen Vierbeinern nahe sein können. Die Hunde – oder auch Katzen – würden von Mitgliedern der Pfotenengel mitgebracht und später mit ihnen wieder nach Hause zurückkehren. Tageweise oder längerfristig, so Topler auf nochmalige Nachfrage der HZ, werde man Tiere nur in Notfällen in Hausen unterbringen, dann, wenn den Pfotenengeln bei sich daheim der Platz ausgeht. Aber da das Hausener Gebäude über eine Wohnung verfügt, würde ein Mitglied des Vereins während dieser Zeit dort einziehen. Die Tiere seien also nie allein.

Wie Topler weiter ausführte, gehe es den Pfotenengeln gerade darum, ihre Schützlinge so schnell wie möglich zu vermitteln. Und zwar gezielt an ältere Menschen. Denen gebe der Verein die Garantie, dass er die Haustiere wieder in seine Obhut nimmt, wenn die Senioren ins Krankenhaus oder ins Pflegeheim müssen – oder gar sterben.

Auf diese Weise, meint Topler, könnten ältere Leute ein Tier zu sich nehmen ohne sich darum sorgen zu müssen, was ihm Notfall mit dem Vierbeiner passiert. Die Tiere seien zumal bei alleinstehenden Senioren gut versorgt, umhegt und geliebt. Und umgekehrt erlebe man immer wieder, wie alte Menschen aufleben, wenn sie sich um ein Tier kümmern können.

Katzen bleiben im Haus

Allzu viele Hunde werden sich nie gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten, Jungtiere ohnehin nicht und mögliche Katzen halte man im Haus – verspricht Topler. „Es kann durchaus mal sein, dass das Gebäude über mehrere Wochen leersteht und nur zu den Treffen benutzt wird.“

Sie werde jetzt den behindertengerechten Umbau des Anwesens vorantreiben, kündigte die Vorsitzende an, später sei an Informationsveranstaltungen gedacht.

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