Ringingen Was lauert in der Friedhofsmauer?

Ringingen / Matthias Badura 26.07.2018
Der Ringinger Ortschaftsrat will die Mauer des Friedhofs herrichten. Ob sie überhaupt erhalten werden kann muss sich noch zeigen.

Schön sieht der Ringinger Ortseingang von Salmendingen her dieser Tage ganz gewiss nicht aus. Nackt, krumm und löchrig bietet sich die Friedhofsmauer dem vorbeifahrenden Auge dar; davor aufgereiht die Stümpfe der vor kurzem abgesägten Hecken. Trostlos. Hässlich. Hätte man das mal besser belassen sollen, wie es war?

Nein, sagt Ortsvorsteher Markus Weiß. Ein Problem löse sich nicht dadurch, dass man es zugedeckt lasse. Irgendwann habe man eine Lösung für die zerfallende Mauer finden müssen. Und am besten jetzt, wo die Sanierung der Marienkapelle begonnen hat. Nur die Kapelle herzurichten, aber den Eingangsbereich, das Friedhofstor und die Mauer zu belassen wie sie sind – das hätte in den Augen des Ortsvorstehers und des Ortschaftsrates keinen Sinn gemacht.

Die Hecke wurde also umgesäbelt. Wie Weiß in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates am Dienstagabend betonte, sei das mit Genehmigung des Landratsamtes geschehen. Am Schluss stellte sich heraus, dass die Tujasträucher kaputter und die Mauer weniger beschädigt war, als man vermutet hatte.

In einem weiteren Arbeitsgang sollen die Wurzeln der Sträucher herausgerissen werden. Wenn alles glatt läuft, könnte man anschließend die Mauer flicken und neu verputzen. Hilfe von Ringinger Bürgern wurde Weiß schon zugesichert. „Wir könnten da viel in Eigenleistung machen“, sagt er. Und auch das Bauamt hat signalisiert, dem Projekt unter die Arme greifen zu wollen.

Weiterer Schritt: Das Eingangstor neben der Kapelle wird abgetragen und dann auf einem Fundament – das noch zu legen ist – neu errichtet. „Das kommt auch den Gipserarbeiten an der Kapelle entgegen“, sagt der Ortsvorsteher. Wiederum wurde Weiß dafür schon Unterstützung zugesagt.

Außerdem ist daran gedacht, den Vorplatz vor der Kapelle und vor dem Friedhofseingang zu pflastern und ihm einen anderen Neigungswinkel zu geben. Bisher läuft das Regenwasser der Kapelle zu. Was nicht gut für die Fundamente ist.

Zuletzt soll ein etwa ein Meter breiter Kiesstreifen vor die sanierte Mauer gelegt werden. Auch dies, damit das Regenwasser besser abfließt. In Abständen könnte man zuletzt entlang der Mauer Stauden pflanzen.

Schön und gut. Aber was, wenn mit den Thujawurzeln auch die Mauer mit herausgerissen wird, weil beides sich in Jahrzehnten miteinander verklammert hat?

Damit müsse man freilich rechnen, weiß Markus Weiß. In dem Fall greife „Plan B“, dann werde man einen Zaun errichten oder neue Hecken pflanzen. Einen Teil der Mauer, nämlich den am Eingang, der am Friedhofsbrunnen vorbei läuft, will Weiß jedoch um jeden Preis erhalten. Der Anmutung wegen, wie er meint. „Weil es vom Bild her zusammenpasst und zusammengehört.“

Der Schlepper, der die Heckenwurzeln zieht wie ein Zahnarzt faule Zähne, ist bereits bestellt worden. Wenn er seine Arbeit ­getan hat, dann wird man weiter sehen.

Bauplätze: Das zweite große Ringinger Thema

Haushalt 2019 Neues Bauland zu erschließen – war ein weiteres Thema in der jüngsten Sitzung des Ringinger Ortschaftsrates. Das Gremium beantragte am Montag, im kommenden Haushaltsplan Mittel für den Grundstückskauf bereit zu stellen. Prinzipiell verfügt das Dorf zwar noch über ausgewiesenes Bauland. Doch nicht alle Besitzer wollen ihre Flächen veräußern. Von daher ist die Erschließung blockiert. Andere Verhandlungspartner, so sagte Ortsvorsteher Markus Weiß, hätten dagegen Verkaufsbereitschaft signalisiert. Bestenfalls könnte man so viel Land erwerben, dass der Bedarf auf Jahre hinaus gedeckt sei. Freilich müssen die Mittel bewilligt werden. Auch wäre dann der Flächennutzungsplan zu ändern.

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