Stetten u. H / TANJA MARQUARDT  Uhr
Schönes Maiwetter, tolles Angebot, riesiger Andrang. "Was wollen wir mehr?" strahlte Hans Locher, Ortsvorsteher von Stetten u. H., über den enormen Erfolg des Regionalen Maimarktes.

Der Muttertag warf beim Maimarkt in Stetten u.H. seine Schatten voraus. Das lag nicht nur daran, dass die Sonne gestern tatsächlich einmal wieder ein Gastspiel auf der Alb gab und daher Schatten möglich waren. Es lag vor allem an den Herzen: gehäkelte Herzen, genähte Herzen, Herzen aus Keramik und aus Holz geschnitzt und gefilzt zum Aufhängen oder in Kranzform.

Herzig ist der Markt noch immer, auch wenn er wieder ein wenig größer geworden ist. "20 Prozent mehr Stände als voriges Jahr haben wir", hat Ortsvorsteher Hans Locher ausgerechnet. Insgesamt 32 Anbieter haben die Attraktivität der nunmehr fünften Ausgabe des Marktes weiter gesteigert. "Wir haben den schönsten Tag in der Woche erwischt", freute sich Locher. Schon morgens waren zahlreiche Besucher gekommen, am frühen Nachmittag jedoch war zeitweise kein Durchkommen mehr. Kunst, Kunsthandwerk und Selbstgemachtes aus der Region haben, so scheint es, eine ganz besondere Anziehungskraft. Für die Sättigung vor Ort haben nicht nur die bewirtenden Vereine, der TV Stetten und der FC Stetten/Salmendingen, gesorgt. Wer wollte, konnte ein schwäbisches Kebap oder die traditionelle Dinnete aus der Hand essen. Und wer gerne selber kocht, nahm außer den besonderen Zutaten auch noch eine handgenähte Schürze oder einen Topflappen mit dem Konterfei von Marilyn mit heim.

Noch ist die Umgestaltung des Stettener Dorfangers, auf dem der Markt wieder stattfand, nicht ganz abgeschlossen. "Wir machen fast alles selber, das dauert. Aber bis nächstes Jahr ist alles tiptop", versprach Ortsvorsteher Locher. Aber die Kinder, die sich mit Begeisterung an der neu angelegten Badestelle kalte Füße holen, stört das nicht. Der neu geschaffene Lauchert-Zugang, die Wasserspiele und die Balanciersteine im Wasser entsprechen genau den Wünschen der Kleinen.

Doch auch die großen Kinder lieben das Spielen mit dem Wasser. Der gestern neu eingeweihte Widder - eine hydraulische Wasserpumpe - hat es gezeigt. "Jetzt macht es richtig Spaß", fand Landtagsabgeordneter Klaus Käppeler, als er zusammen mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz den nigelnagelneuen Widder am Lauchertufer in Betrieb nehmen durfte. In der Schweiz, so erläuterte Hans Locher, werden noch Widder gebaut, weil sie dort zur Tränkung des Viehs auf den Almen noch im Alltag genutzt werden.

In Stetten kommt das Wasser für Mensch und Vieh mittlerweile ja aus der Leitung. Zum Glück, findet Locher. Denn das Zuschlagen der Ventile durch den Druckstoßeffekt macht doch einen ziemlichen Krach. Auch wenn der Erfinder der Wasseranlagen fand, dass es wie das Zusammenstoßen zweier Widderköpfe klinge - daher das Name -, waren die Einwohner wohl doch froh, als die drei großen Widder, die den Ort früher mit Wasser versorgten, still gelegt wurden. Zum Glück der Stettener ist das Widderchen, das am Mittwoch erstmals den Brunnen-Fisch am Lauchertufer mit Wasser versorgte (und von Franz Xaver Locher vorgestellt wurde), ein ganz leiser Vertreter seinen Zunft. Vorsprung durch moderne alte Technik.